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Credimundi sorgt sich um politische Stabilität in Ägypten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die jahrelangen politischen Turbulenzen, Investitionsrückgänge und Devisenbeschränkungen haben die Wirtschaft Ägyptens ins Schlingern gebracht, konstatiert der belgische Kreditversicherer Credimundi. Lag das Wirtschaftswachstum zwischen 2000 und 2010 bei durchschnittlich fünf Prozent, sanken die Zuwachsraten seit Beginn des Arabischen Frühlings auf jährlich 2,7 Prozent.
Neben der kritischen Lage der Währungsreserven machen dem Land am Nil laut Credimundi auch strukturelle Defizite zu schaffen. So kämpft Ägypten derzeit mit einem hohen Haushaltsdefizit, welches nach den Prognosen des Kreditversicherers bis Juni 2017 voraussichtlich bei rund 9,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) liegen wird.
"Reformen zur Senkung des Defizits sind daher unerlässlich", kommentiert Christoph Witte, Chef des belgischen Kreditversicherers Credimundi. So habe Ägypten bereits die Strompreise um 20 bis 40 Prozent und die Benzinpreise um 47 Prozent erhöht. Zudem werde seit September 2016 ein Mehrwertsteuersatz von 13 Prozent angewendet.
"Das wird aber nicht reichen – es sind weitere Reformen notwendig. Die Haushaltskonsolidierung dürfte jedoch schmerzliche Maßnahmen und weitere Subventionskürzungen mit sich bringen und damit die öffentliche Unzufriedenheit zusätzlich verschärfen", ergänzt Witte.
Weiter verschärft werde die wirtschaftliche Lage des nordafrikanischen Landes auch durch das Leistungsbilanzdefizit. Neben den sinkenden Tourismuseinnahmen belasten nach den Berechnungen des Kreditversicherers auch die erhebliche Abnahme von Überweisungen in den Golfstaaten arbeitender Ägypter sowie die sinkenden Einnahmen aus dem kürzlich erweiterten Suezkanal infolge des zurückgehenden Welthandels das Leistungsbilanzdefizit zunehmend. (vwh/td)
Bildquelle: Katharina Wieland Müller / pixelio.de
Credimundi
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