Schlaglicht

Italien zittert, Versicherer schauen gespannt zu

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Matteo Renzi steht innenpolitisch unter Druck. Am kommenden Sonntag stimmen die Italiener über die große Verfassungs- und Verwaltungsreform ab, und vom Ausgang der Abstimmung könnte seine politische Karriere abhängen. Wie gut war es da, dass Obama den Italienern die klare Empfehlung ans Herz legte, doch bitte der Reform zuzustimmen. 
Dumm nur: Seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten wirkt die Unterstützung von Obama eher hinderlich; umso mehr, da Renzi öffentlich auf die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, gesetzt hatte. Der Premier hat sich verkalkuliert; sein Referendum könnte zur nächsten Abrechnung mit dem Establishment werden.
Italiens Populisten, die selbst ernannten "Trumpisti", wittern nun erst recht, dass Regierungschef Renzi über sein höchst umstrittenes Verfassungsreferendum stürzen könnte. Italien scheint einer der größten Verlierer der Trump-Wahl in der Euro-Zone. Nirgendwo in Europa ist die Abneigung gegen die Globalisierung so stark ausgeprägt wie im Stiefelstaat, und nirgendwo scheint die populistische Ansteckungsgefahr so groß.
Allen Reformanstrengungen zum Trotz steht Italien wirtschaftlich noch immer wackelig da. Das Wachstum verläuft zäh, die rekordhohen Schulden steigen weiter. Die verheerende Erdbebenserie der vergangenen Monate verursachte Schäden in Milliardenhöhe. Das ist auch ein Problem für die Euro-Zone. Schließlich ist Italien die drittgrößte Ökonomie der Währungsunion. Nach dem Brexit kann sich Europa keinen weiteren Brandherd leisten.
Es ist die Stunde der Populisten und Europagegner. Die rechtsradikale Lega Nord mobilisiert seit Wochen mit Großkundgebungen, um gegen Renzi und sein Referendum zu polemisieren. Auch Ex-Premier Silvio Berlusconi meldet sich wieder zu Wort und brüstet sich seiner geistigen Seelenverwandschaft mit Trump. Und Politclown Beppe Grillo, Gründer der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, der in aktuellen Umfragen vor Renzis PD rangiert, lobt den Trump-Sieg als Triumph gegen die intellektuelle Elite. (mf)
Bild: Kolosseum in Rom (Quelle: Bildpixel / pixelio.de)
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