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Axa verklagt München

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
410.000 Euro musste Axa regulieren, weil eine Fliegerbombe nicht sachgemäß gesprengt worden sei. Nach vier Jahren fordert Axa Regress von der Stadt München. Nun verhandelt das Landgericht München I über den Regressanspruch des Versicherers gegen die bayerische Landeshauptstadt. Diese hätte die Verantwortung übernehmen müssen. Trifft es den Falschen?
Schon wieder eine Weltkriegsbombe! Entwarnung: Sie wurde bereits 2012 kontrolliert gesprengt, von der Firma Tauber im Auftrag der Stadt München. Allerdings fingen dabei drei Gewerbebetriebe in der Nachbarschaft Feuer, berichtet die SZ. Eine Boutique brannte inklusive Sortiment vollständig aus, die Flammen verzehrten den Konzertflügel eines Musikverlages, auch ein Bubble-Tea-Laden nahm Schaden: Ein Kumulschaden von 410.000 Euro für die Axa, denn alle drei Betriebe waren ihre Kunden.
Die Axa will sich das Geld nach vier Jahren nun zurückholen, von der Stadt München. Diese Woche begann die Verhandlung vor dem örtlichen Landgericht I. Dem Kampfmittelräumdienst Tauber wirft die Axa "massive handwerkliche Fehler" vor, informiert die SZ. Strohballen, statt die üblichen Wasser- oder Sandsäcken, hatte dieser zur Dämmung der kontrollierten Explosion verwendet.
Auf Anfrage von VWheute teilte die Axa mit, dass zur "Sprengung der teilweise im Boden befindlichen Bombe eine große Menge Stroh aufgeschichtet wurde, welches sich infolge der Sprengung entzündete und einen Brand in der Umgebung verursachte". Dabei seien auch einige Geschäfte geschädigt worden, die bei der Axa versichert sind.
Nach Regulierung der Schäden fordert die Axa nun von der Stadt München als Auftraggeberin der Sprengung im Rahmen des Regresses einen "Ersatz für die von uns geleisteten Zahlungen zu erhalten. Hintergrund dafür ist die offensichtlich falsch durchgeführte Sprengung der Bombe", betont der Versicherer.
Als Auftraggeberin müsse die Stadt München die Verantwortung übernehmen, argumentierte der Axa-Anwalt weiter. Die Stadt hingegen wies auf das Land und die betroffenen Grundstückseigentümer - und damit jegliche Verantwortung von sich.
Aus Sicht der Axa konnte keine außergerichtliche Einigung erzielt werden, daher liege dieser "komplexe Vorgang inzwischen dem Landgericht München zur Bewertung vor", ergänzt eine Sprecherin des Versicherers. Es bleibt also spannend in München: Am Ende könnte auch alles am Kampfmittelräumdienst hängen bleiben, zitiert die SZ den vorsitzenden Richter. (vwh/de)
Bildquelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de
Axa · München · Weltkriegsbombe
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