Schlaglicht

Alte Leipziger prüft Klage gegen Krankenkassen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Alte Leipziger prüft eine Schadensersatzklage gegen mehrere Krankenkassen, weil diese einige Ärzte zur Korrektur ihrer Diagnosen aufgefordert haben sollen. Hintergrund ist laut Handelsblatt ein Interview des Vorstandschefs der Techniker-Krankenkasse, Jens Baas, wonach manche Kassen die Ärzte um eine "Optimierung" der Diagnose geben haben sollen. Das Ziel: mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds zu erhalten.
Infolge diese Aussage verhängte Bundesversicherungsamt (BVA) entsprechende Rückzahlungsbescheide in Millionenhöhe gegen insgesamt elf Kassen. Als erster Konkurrent aus dem Lager der privaten Krankenversicherer denke nun die Alte Leipziger Hallesche konkret daran, juristisch gegen die betroffenen Kassen vorzugehen. "Wir prüfen, ob wir Schadensersatz von diesen Kassen fordern", wird Walter Botermann, Vorstandsvorsitzender des Versicherungskonzerns, im Handelsblatt zitiert.
Demnach wolle man sich nun "eine Liste vom Bundesversicherungsamt geben, welche Krankenkassen einen Strafbefehl akzeptiert haben, weil sie ihre Kunden durch aktives Handeln kränker beurteilen ließen und damit höhere Zuführungen aus dem Gesundheitsfonds erhielten und immer noch erhalten", ergänzt der Chef des Versicherers. "Die 0,3 Prozentpunkte, um die die betroffenen Kassen die Auszahlungen nach Auskunft der Techniker-Krankenkasse so in die Höhe getrieben haben, klingt zwar nach wenig. Aber es geht um Milliardenbeträge", so Botermann.
Dabei sieht der Versicherer gute Chancen, einen Teil der Gelder erstattet zu bekommen: "Da einige Kassen einen Strafbefehl bereits akzeptiert haben, sollten wir vor Gericht gute Chancen haben", betont der Vorstandschef. Allerdings wundere ihn "ehrlich gesagt, dass bisher keine Gewerkschaft und kein Arbeitgeberverband erklärt hat, dass er dieses Geld zurückholen will. Denn die Beiträge haben schließlich Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert. Wir können doch nicht für unsere Mitarbeiter brav einzahlen und anschließend sagen: Tut uns leid, wir können da nichts machen", ergänzt der Manager. (vwh/td)
Bildquelle: Q.pictures-pixelio.de
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