Schlaglicht

Clark-Chef: Bestehende Versicherer werden verschwinden

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Von Christopher Oster, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von Clark. Die Digitalisierung wird auch im Jahr 2017 weiterhin eine große Bedeutung für die Branche haben. Einige Versicherungsgesellschaften und Rückversicherungen werden weiter daran arbeiten die durch InsurTechs vorangetriebenen digitalen Entwicklungen auch selber umzusetzen.
Dabei wird viel ausprobiert werden, gerade bei verhaltensorientierten Tarifen und der dafür notwendigen Datenerhebung ist die Frage der Kundenakzeptanz aber auch noch völlig offen. Die Möglichkeit das Fahrverhalten über das Smartphone zu analysieren und daraufhin einen günstigeren Versicherungsbeitrag zu zahlen ist solch eine Idee. Klingt gut, muss sich beim Kunden aber erst einmal durchsetzen.
Wir werden uns auch in 2017 voll auf die Weiterentwicklung unserer Versicherungs-App und unseres Robo-Advisors konzentrieren. Mit unserem Robo-Advisor haben wir bereits 80 Prozent der versicherungsnahen Prozesse automatisiert. Die verbleibenden 20 Prozent sind deutlich aufwändiger und beinhalten komplexe Versicherungen wie beispielsweise Berufsunfähigkeitsversicherungen. Weiterhin wollen wir unser starkes Wachstum bei den verwalteten Prämienvolumen fortsetzen. Aktuell managen wir mehr als 50 Mio. Euro Prämien und sehen starkes Wachstum.
Die Investitionen in Insurtech-Unternehmen sind in den letzten zwei Jahren stark gestiegen. Allerdings kann von einem Hype noch keine Rede sein. Dafür reicht ein Blick auf die Vielzahl von Beispielen in anderen Branchen die schon deutlich früher als die Assekuranz von der Digitalisierung erfasst wurden, wie Handel, Telekommunikation, Banken. Auch hier wurden neue, digitale Marktteilnehmer lange Zeit nicht wirklich ernst genommen.
Ein häufig bemühtes Argument ist dabei, dass die meisten Start-Ups sowieso schnell wieder vom Markt verschwinden. Dabei wird allerdings verkannt, dass das nur eine Voraussetzung dafür ist, dass sich einige der neuen Unternehmen mit disruptiven Ideen zu sehr großen Marktteilnehmern entwickeln, welche die Kundenerwartungen nachhaltig prägen. Amazon ist im Online-Handel hierfür sicherlich das bekannteste Beispiel.
Wie bei jeder Marktumwälzung entstehen für etablierte Marktteilnehmer auch neue Chancen, zum Beispiel Kunden von Konkurrenten zu gewinnen, die sich langsamer oder gar nicht dem sich verändernden Kundenverhalten anpassen oder zu klein sind, um dem wachsenden Ergebnisdruck standzuhalten.
Insofern werden "traditionelle" Marktteilnehmer keineswegs überflüssig. Ganz klar ist: Es werden bestehende Unternehmen vom Markt verschwinden. Die spannende Frage ist, wer sich am besten auf die Veränderungen einstellt. Die Gewinner werden sich die Entwicklungen von FinTechs über Zukauf oder Kooperation zu Nutze machen. Ein Gewinner steht jedenfalls schon heute fest: die Versicherungskunden.
Bild: Christopher Oster (Quelle: Clark)
Clark · Fintechs · Christopher Oster
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