Schlaglicht

Innovationen bewegen Versicherer

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Von Michał Trochimczuk, Managing Partner bei Sollers Consulting. Lediglich zwei Prozent der globalen Risiken gelten als versichert. Als aktuelle Beispiele können gravierende politische Veränderungen wie der Brexit und die US-Wahl angesehen werden, welche so nur schwer vorauszusagen waren. Eine weitere Herausforderung liegt im rapide wachsenden IoT-Markt (Internet of Things), welcher in den kommenden Jahren explodieren wird.
So würde erwartet, dass das Marktvolumen im Jahr 2020 1,7 Billionen US-Dollar beträgt und es 50 Milliarden angeschlossene Geräte, darunter Autos, Kühlschränke oder Wearables geben werde. Versicherer seien somit in der Lage, durch die Analyse von Kundendaten Rückschlüsse auf Bedürfnisse und potentielle Risiken zu ziehen.
Das Wachstum des globalen Marktes für autonome Fahrzeuge, bis 2025 sei ein Marktvolumen von 42 Mrd. US-Dollar zu erwarten, stellt ebenfalls einen Faktor dar: Man werde in den kommenden Jahren beobachten können, dass Smart Cars die Komplexität des Risikopools für die Automobilbranche dramatisch verändern. Langfristig sei für den Automobilversicherungsmarkt davon auszugehen, dass sich aufgrund geringerer Unfallzahlen die Prämienzahlungen verringern.
Gleiches gilt auch für andere Versicherungsmärkte. Am Beispiel Smart Home könne die zu erwartende Minimierung des Risikos von Schadensfällen durch moderne Sensoren veranschaulicht werden. Ein großer Teil des traditionellen Versicherungsgeschäfts könnte hierdurch verschwinden.
Am Beispiel Connected- und self-driving cars sowie dem Trend hin zu einer Sharing Economy, der Wert der Sharing Economy-Transaktionen wird bis 2025 um das Zwanzigfache zulegen, zeigt sich, dass der einzelne Mensch in Zukunft seltener Teil eines Versicherungsabschlusses sein wird, sondern Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen, die für den Gebrauch einer Vielzahl von Menschen ausgerichtet sind, direkt versichern. Diese Trends könnten die Art und Weise der Prämienberechnung möglicherweise revolutionieren.
Der technische Fortschritt äußere sich zudem in einer wachsenden Zahl an Startups mit disruptiven Geschäftsideen. Viele Versicherer haben bereits reagiert, so seien bereits 64 Prozent der 25 größten Versicherungsunternehmen durch direkte oder indirekte Investitionen an Insurtech-Startups beteiligt. Dieser Trend wird in den nächsten Jahren verstärkt zu beobachten sein. Auch auf die sich ändernden Gewohnheiten der Millennials müsse die Versicherungswirtschaft in angemessener Weise reagieren können.
Neben politischen, technischen und gesellschaftlichen Aspekten sei der Klimawandel, der mit einer steigenden Anzahl von Naturkatastrophen verbunden ist, ein weiteres Thema mit dem sich die Versicherungswirtschaft in Zukunft verstärkt auseinandersetzen müsse. Durchschnittlich waren 70 Prozent der Verluste durch Naturkatastrophen in der Vergangenheit nicht versichert.
Aus den sich ändernden Marktgegebenheiten ergeben sich Risiken, aber auch vielfältige Möglichkeiten und Raum für Wachstum für die Versicherer, die angemessen reagieren können. Es stellt sich insbesondere die Frage, wie und mit welchem Produkten man die Kunden in Zukunft erreichen kann.
Die Welt unterliege schnellem Wandel wodurch Marktveränderungen in Zukunft häufiger aufträten. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, müssen Versicherer in der Lage sein, sich kurzfristig dem Tempo des Wandels anzupassen. Hierzu muss flexibel und agil agiert werden. Versicherungsunternehmen benötigen verlässliche und moderne Technologien.
Die Implementierung starker Kernversicherungssysteme ermöglicht es, effizient zu neuen Kundengruppen vorzudringen und neue Märkte zu erschließen. Außerdem beschleunigt sich die Erstellung neuer Produkte und eine effektive Kooperation mit neuen Partnern wird ermöglicht. Versicherer müssen verstärkt nach innovativen Partnern suchen. Insurtechs werden das Geschäft der Versicherer nicht übernehmen, sondern bestehenden Versicherern beim Wandel helfen.
Um diese Kooperation erfolgreich zu gestalten, ist ein Umdenken hin zu mehr Agilität dringend notwendig. Es sei lohnend, die Beziehungen zu Geschäftspartnern wie InsurTech Startups grundlegend neu zu überdenken. Nicht nur funktionsübergreifende Kollaborationen werden wichtig sein, besondere Bedeutung wird die Zusammenarbeit mit externen Partnern und Zulieferern einnehmen.
Die Schlüsselfaktoren für den Erfolg liegen darin einen Executive Sponsor im Unternehmen zu etablieren, der die Implementierung fördert. Außerdem ist die Durchsetzung von Qualität statt Quantität in den Teams innerhalb der Organisation, als auch bei externen Partnern zu gewährleisten.
Bild: Michał Trochimczuk ist Managing Partner bei Sollers Consulting. (Quelle: Sollers)
Innovation · Sollers
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