Schlaglicht

Versicherte verwalten zunehmend digital

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bei den Versicherten "haben die herkömmlichen Player, gerade die Makler, keinen besonders guten Ruf", konstatiert Knip-Gründer Dennis Just im Exklusivinterview mit VWheute. In deren Köpfen habe sich der Gedanke festgesetzt, dass der "Versicherungsnehmer doppelt und dreifach jede Unterlage prüfen muss, um nicht in irgendwelche Fallen zu tappen". Dies liege jedoch nicht an der "Digitalität, sondern einer Skepsis gegenüber Versicherungsprodukten allgemein".
VWheute: Die digitalen Kanäle ermöglichen heute ganz neue Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Verbrauchern und den Versicherern. Einer aktuellen Studie zufolge scheint Digitalität bei den Verbrauchern hingegen nicht besonders gut anzukommen. Mehr als zwei Drittel bevorzugen den Brief oder die persönliche Beratung. Zudem wollen laut GDV immerhin 55 Prozent der Kunden keine Versicherungspolice digital abschließen. Worin sehen Sie Gründe, dass entsprechende Angebote "so schlecht ankommen"?
Dennis Just: Betrachtet man die Wahrnehmung der Versicherten, so haben die herkömmlichen Player, gerade die Makler, keinen besonders guten Ruf. In den Köpfen der Verbraucher ist verankert, dass man als Versicherungsnehmer doppelt und dreifach jede Unterlage prüfen muss um nicht in irgendwelche Fallen zu tappen. Wenn sie herkömmliche Botschaften von herkömmlichen Absendern bloß über digitale Kanäle verbreiten – was soll da rauskommen?
Das ist aber nicht der Fehler der so genannten Digitalität, sondern eine Skepsis gegenüber Versicherungsprodukten allgemein. Diese Hürden müssen wir Stück für Stück abbauen, die Initiative des BVK für Transparenz und Beratungsqualität geht absolut in die richtige Richtung. Wir als Technologieunternehmen werden unsere Learnings da gerne präsentieren, damit die gesamte Branche sich bewegt.
Übrigens: Die Kunden müssen dank Knip nicht wählen zwischen digital oder persönlich. Denn wir vereinen beides: Du kannst volldigital ein Versicherungsangebot bekommen und genau dazu telefonisch oder im Chat mit deinem Berater sprechen. Das ist eine unserer ganz wichtigen Stärken.
VWheute: Gleichzeitig scheinen gerade junge Menschen besonders affin für digitale Start-ups zu sein. Menschen mit hohem Bildungsgrad scheinen den traditionellen Versicherern immer mehr die kalte Schulter zu zeigen. Wie erklären Sie sich diese unterschiedlichen Wahrnehmungen und wie lassen sich auch ältere Kunden für digitale Angebote begeistern?
Dennis Just: Es ist zu leicht, zu sagen: Die jungen Erwachsenen gehen alle zu den Startups und die alten nicht. Unser ältester Kunde ist 93 Jahre alt, unser Jüngster erst 18. Durchschnittlich ist der User etwa 37 Jahre. Doch es ist ganz entschieden keine Frage des Alters, ob man seine Versicherungen per App organisieren will. Sondern: Digitalkunden wollen klarere, schnellere Infos, unmittelbaren Schutz und zwar egal von welchem Versicherer. Bei den Älteren kann Knip aber allein schon deshalb punkten, weil wir mit SSL-Verschlüsselung, hundertprozentigem Datenschutz und TÜV-Siegel absolut sicher sind. Aber: Wer sich bei seinem Makler gut beraten fühlt, der braucht Knip gar nicht.
VWheute: Werfen wir einen Blick in die Zukunft: An digitalen Kommunikationsmöglichkeiten wird die Branche nicht mehr vorbeikommen. Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf und worin können traditionelle Versicherer von den digitalen Start-ups lernen?
Dennis Just: In der Zukunft werden immer mehr Menschen ihre Versicherungen digital verwalten. Bereits in den letzten zwölf Monaten ist der Markt um 720 Prozent gewachsen, viel mehr als wir erwartet haben. Das gibt die Richtung vor, daher wird der Markt auch für internationale Investoren immer interessanter. Die Traditionellen aus den Entwicklungszyklen der Startups für die Zukunft lernen. Alle zwei Wochen bringen wir ein Update der App heraus mit wesentlichen Verbesserungen.
Wir antworten agiler auf veränderte Bedürfnisse und orientieren uns dabei allein am Kunden. Bei Startups gibt es keine Haus-Politik, sondern nur die Frage: Was können wir morgen erfinden, um einen messbaren Mehrwert für die Verbraucher zu generieren? Als Pionier denken wir dabei nicht exklusiv sondern inklusiv: Neue Features sollen auch für alle Nicht-Kunden erlebbar sein. Daher bieten wir seit Sommer 2016 das 'Offene Onboarding'. Bedeutet: Knip ist mit den allermeisten Features erlebbar, ohne dass man ein Maklermandat unterzeichnet. Das ist für uns die Richtung: Kundenbegeisterung, jeden Tag.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.
Bild: Knip-Gründer Dennis Just spricht heute auf der InnoVario 2016 in Köln zum Thema "Neue Interaktion der Verbraucher mit Versicherungsthemen – Chance oder Risiko für die Versicherungsbranche?" (Quelle: Knip)
Digitalisierung · Knip · Dennis Just
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