Schlaglicht

Rentensystem wird durch Privatanbieter stabilisiert

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Rentenreformen der letzten Jahrzehnte haben bislang die gesetzlichen Anforderungen weitgehend erfüllt. Eine Studie der Prognos AG im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer kommt zu dem Schluss, dass der Anstieg der Rentenbeiträge bis 2040 nicht nur gebremst, sondern sogar um acht Prozentpunkte niedriger ausfallen würde.
Demnach gehen die Studienautoren im Jahre 2040 von einem Nettorentenniveau von 41,9 Prozent aus. Ohne die entsprechenden Reformen würde dies nach den Berechnungen der Experten bei 50,2 Prozent liegen. Dafür fällt der Beitragssatz im gleichen Zeitraum deutlich niedriger aus.
So geht Prognos davon aus, dass die Rentenversicherungsbeitrag in 2040 um sechs Prozentpunkte niedriger liegt, als er ohne die Reformen ausfallen würde (23,8 statt 29,7 Prozent). Heute fallen die Beiträge den Berechnungen zufolge um 1,6 Prozentpunkte niedriger aus als ohne Rentenreformen (18,7 statt 20,3 Prozent).
Zudem sorgen nach Angaben des GDV derzeit 53,7 Prozent der Menschen, die in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versichert sind, mit einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) oder einer Riester-Rente privat vor. Davon besitzen 20,0 Prozent eine Riester-Rente. 22,7 Prozent der Befragten verfügen über eine bAV und 11,0 Prozent sparen in beiden Anlageformen für das Alter an. Die GDV-Berechnungen stimmen in etwa mit den Ergebnissen einer IDW-Untersuchung überein ("Die Karten werden neu gemischt").
Darüber hinaus verfügen laut Studie insgesamt 22,4 Prozent der gesetzlich Versicherten noch anderweitige Vermögen wie Lebens- und Rentenversicherungen, Immobilien oder Wertpapiere. 23,9 Prozent der Befragten besitzen neben der GRV hingegen keine weitere Altersvorsorge.
So gehen die Studienautoren derzeit von einem Verbreitungsgrad der Riester-Rente von 31 Prozent - ausgehend für das Jahr 2012 - aus. Mit Blick auf die Zukunft hat Prognos errechnet, dass ein Rentner im Alter von 67 Jahren – ausgehend von den heutigen Preisen – eine Riester-Rente in Höhe von 208 Euro im Jahre 2030 bzw. 306 Euro im Jahr 2040 monatlich erwarten könne. Eine vergleichbare Betriebsrente würde monatlich 194 bzw. 294 Euro bringen.
Der Branchenverband sieht nach Ansicht von GDV-Präsident Alexander Erdland demnach die künftige Rentenlücke durch "die Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge geschlossen". "Die durch die Riester-Reform von 2001 entstehende Rentenlücke wird durch die geförderte Altersvorsorge erfolgreich geschlossen", betont Erdland.
"Die Rentenreformen leisten damit einen großen Beitrag, um die Beitragszahler zu entlasten", ergänzt Oliver Ehrentraut, Leiter Volkswirtschaft der Prognos AG. "Und sie helfen dabei, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze zu erhalten."
Allerdings könne die Riester-Rente die "zusätzlichen Lücken nicht immer schließen", räumt Ehrentraut ein. Grund: "Vor allem der 'Riester-Deckel', also die nominale Fixierung der steuerlichen Förderung auf einen Höchstbetrag von 2.100 Euro, führt schon bald dazu, dass auch Normalverdiener ihre Verträge nicht mehr im notwendigen Umfang besparen können", kritisiert der Prognos-Experte. (vwh/td)
Bildquelle: Uwe Schick / pixelio.de
GDV · Rentenreform · Prognos AG
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