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Hannover Rück steuert erneut auf Milliarden-Gewinn zu

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Dank eines katastrophenarmen Sommers ist die Hannover Rück, weltweit drittgrößter Rückversicherer, auf der Zielgeraden. "Wir befinden uns auf sehr gutem Weg, unser Gewinnziel von 'mindestens' 950 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2016 zu erreichen", folgerte Vorstandschef Ulrich Wallin bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Sein Finanzchef Roland Vogel schloss ein neuerliches Knacken der Milliardengrenze nicht aus.
Die Aktionäre könnten sich nach Einschätzung Vogels also auf eine weitere Sonderdividende einstellen, was er nicht zuletzt auch das nochmals gestiegene und nicht benötigte Eigenkapital zurückführt. Für 2015 hatte Hannover Rück 4,75 Euro ausgeschüttet, davon 1,50 Euro als Sonderdividende. Auch für 2017 zeigt sich das Management zuversichtlich. Angesichts des erwarteten Endes des seit Jahren anhaltenden Preisverfalls hat es sich "mehr" als 950 Mio. Euro Gewinn zum Ziel gesetzt.
In den ersten neun Monaten hat sich die Bruttoprämie des Konzerns um 3,8 Prozent auf 12,45 Mrd. Euro verringert und damit etwas stärker als geplant. Durch den erhöhten Selbstbehalt sank die verdiente Nettoprämie jedoch nur um 0,6 Prozent.
Die Kapitalanlageerträge lagen mit 1,19 Mrd. Euro fast auf Vorjahresniveau und sollen auch 2017 laut Vogel durch höhere Anlagevolumen stabil gehalten werden. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf 44,5 (Vorjahr: minus 72,8) Mio. Euro, das operative Ergebnis lag mit 1,19 Mrd. Euro nur knapp unter Vorjahr. Der Gewinn wird mit 790 (786) Mio. Euro ausgewiesen.
In der Schaden-Rückversicherung profitierte Hannover Rück von der rückläufigen Schaden-/Kostenquote auf 95,0 (95,5) Prozent. Im vierten Quartal werden allerdings durch die Schäden des Hurrikan "Matthew" allein in den USA Belastungen von knapp 100 Mio. Euro zukommen, sagte Vogel. Auch das Erdbeben in Italien dürfte zu Buche schlagen.
Wallin verweist jedoch darauf, dass die Hannover Rück in ihrem Großschadenbudget noch für rund 430 Mio. Euro Luft habe. Gut entwickelt hat sich trotz gesunkener Bruttoprämie die Personen-Rückversicherung. Sie lieferte mit 208,9 Mio. Euro knapp 18 Prozent mehr Gewinn ab. Wallin erwartet durch Sovency II in 2017 eine höhere Nachfrage nach Rückversicherungslösungen insbesondere im Langlebigkeitsgeschäft. (cs)
Bild: Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück (Quelle: Hannover Rück)
Hannover Rück · Ulrich Wallin
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