Köpfe & Positionen

Bäte: "Amerikaner enttäuscht vom Establishment"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wie ist die Wahl von Donald Trump einzuschätzen? Der Vorstandschef der Allianz, Oliver Bäte, hat sich in einer Stellungnahme zur Wahl und den Gründen geäußert. So rechner er einerseits mit Protektionismus und gleichzeitig mit fiskalpolitischen Anreizen. Entscheidend ist für den Allianz-Chef jedoch der Begriff der Unsicherheit, "bis sich das Regierungsprogramm Trumps kristallisiert" habe.
"Dieser Wahlausgang bestätigt, wie groß der Anteil der Amerikaner ist, der sich enttäuscht vom Establishment abgewendet hat. Die Riesenherausforderung für Trump besteht nun darin, die auseinanderstrebenden gesellschaftlichen Strömungen wieder zusammenzuführen", kommentiert der Allianz-Chef.
Dabei rechnet Bäte mit einer längeren "Phase der Unsicherheit, bis sich das Regierungsprogramm Trumps kristallisiert". Allerdings rechnet der Allianz-Vorstandsvorsitzende mit einer eher expansiven, stimulierenden Fiskalpolitik, aber auch mit der Neigung zu einer protektionistischen Handelspolitik mit weitreichend negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. "Der Präsident wird wohl TTIP einstellen."
Dennoch hofft Bäte, dass irgendwann ein neuer Anlauf zur stärkeren Marktintegration zwischen der EU und den USA erfolgt. Trumps dringendste Aufgabe ist es, den amerikanischen Traum vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten wieder zu beleben. Helfen würden dabei die Modernisierung der Infrastruktur, Verringerung des klaffenden Wohlstandsgefälles plus Maßnahmen des sozialen Ausgleichs und deutlich gerechtere Bildungschancen für alle Amerikaner. Dann könnte es ihm auch gelingen, die Gräben, die dieser beispiellos laute und rohe Wahlkampf aufgeworfen hat, wieder zuzuschütten.
Bäte betont, die Enttäuschten und Zurückgelassenen müssten in die gesellschaftliche Mitte zurückgeholt werden und mit ihrem Land und seinen tragenden Ideen versöhnt werden. "Außenpolitisch ist Trump noch ein unbeschriebenes Blatt. Das schafft zusätzliche Unsicherheit." (vwh/mv)
Bild: Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz (Quelle: Allianz)
Allianz · Wahl · Oliver Bäte · Amerika
Auch interessant
Zurück
22.07.2019VWheute
Weitere Mons­anto-Straf­zah­lung wird dras­tisch redu­ziert – Bayer-Aktio­näre strahlen Ist das jetzt ein Erfolg oder nur weniger schlimm als erwartet…
Weitere Mons­anto-Straf­zah­lung wird dras­tisch redu­ziert – Bayer-Aktio­näre strahlen
Ist das jetzt ein Erfolg oder nur weniger schlimm als erwartet? Erneut hat ein US-Gericht die Strafzahlung gegen Bayer in einem Prozess drastisch gesenkt, die ihr aufgekauftes …
12.06.2019VWheute
Warum US-Insur­tech Lemonade den deut­schen Versi­che­rungs­markt unsi­cher macht Amazon und Google sind die amerikanischen Schreckgespenster des …
Warum US-Insur­tech Lemonade den deut­schen Versi­che­rungs­markt unsi­cher macht
Amazon und Google sind die amerikanischen Schreckgespenster des hiesigen Versicherungsmarktes. Gerne wird dabei ein Unternehmen vergessen, das klängst nicht die Größe und Wucht der Schwergewichte ha…
29.05.2019VWheute
Wüten zwei Ameri­kaner in der HR-Abtei­lung der Zurich? Versicherer sind wie Finanzbeamte; gerne kritisiert und mitunter Ziel des (hilflosen) Spottes …
Wüten zwei Ameri­kaner in der HR-Abtei­lung der Zurich?
Versicherer sind wie Finanzbeamte; gerne kritisiert und mitunter Ziel des (hilflosen) Spottes von Kunden und Presse. Hilflos deswegen, weil jeder weiß, ohne sie geht es nicht. Meist werden Allianz und Co. für ihre …
14.05.2019VWheute
Bunde­staat Washington narrt Haupt­stadt: Eigene KV-Option ist gleich­zeitig staat­lich und privat Amerika hat für ein hochentwickeltes Land keine …
Bunde­staat Washington narrt Haupt­stadt: Eigene KV-Option ist gleich­zeitig staat­lich und privat
Amerika hat für ein hochentwickeltes Land keine gute Krankenversicherung. Die Beiträge sind für viele Menschen nicht zu stemmen, weswegen Ex-Präsident Barack Obama einen Schutz für …
Weiter