Politik & Regulierung

DAK: Zwei Millionen weniger Fettleibige

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die DAK-Gesundheit fordert ein verbessertes Therapie- und Behandlungskonzept für adipöse Menschen. Die Krankenkasse verspricht sich davon zwei Millionen weniger fettleibige Menschen in den nächsten zehn Jahren. Gleichzeitig sollen die Kosten für Krankenhausaufenthalte durch die neuen Therapiemöglichkeiten um mehr als eine halbe Milliarde Euro sinken.
Voraussetzung für das Konzept sei die Anerkennung von Adipositas als behandlungsbedürftige, chronische Erkrankung in Sinne der WHO. Die Therapie müsse Teil der GKV-Regelversorgung werden und  somit über den Risikostrukturausgleich refinanzierbar sein.
Diese Umstellung würde die Kosten zunächst auf 1,28 Mrd. Euro ansteigen lassen, anschließende Versorgungskosten sänken jedoch kontinuierlich, da die Zahl der Menschen mit Adipositas durch die Maßnahmen langfristig zurückginge. 1,2 Mrd. Euro Kostenreduktion für Krankenhausbehandlungen errechnet das IGES Institut in einer Auftragsstudie für die DAK.
Das Konzept selbst besteht in einem erweiterten Vorsorgepfad. "Insellösungen einzelner Krankenkassen reichen nicht aus", konstatiert Herbert Rebscher, Vorstand der DAK-Gesundheit. Laut DAK-Versorgungsreport Adipositas gibt es in Deutschland eine Unter- und Fehlversorgung bei der Therapie fettleibiger Menschen. Das neue Versorgungskonzept sieht eine möglichst frühe Ansprache durch den Hausarzt vor.
Für Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 ist die Erstuntersuchung durch einen ernährungsmedizinisch qualifizierten Arzt vorgesehen, danach folgt eine Ernährungstherapie mit drei Folgeterminen sowie sechs Termine mit einer Ernährungsfachkraft, die individuelle Empfehlungen ausspricht und Ziele vereinbart. Besonders stark Übergewichtige mit einem BMI ab 40 sieht das DAK-Konzept zusätzlich die Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffs vor.
"Diese Herangehensweise unter ärztlicher Begleitung gibt es bislang in unserer Regelversorgung nicht", erklärt Herbert Rebscher. "Untersuchungen zeigen aber, dass sie zu äußerst positiven Ergebnissen führen kann, wenn man frühzeitig ansetzt und am Ball bleibt." In Deutschland sind derzeit 16 Millionen Menschen zwischen 18 und 79 Jahren fettleibig, Tendenz steigend. (vwh/jh)
Bild: Laut DAK-Studie 2016 XXL-Report ist falsche, ungesunde oder schlechte Ernährung nach Bewegungsmangel der häufigtste Grund für Übergewicht. (Quelle: DAK)
DAK-Gesundheit · Adipositas · Risikostrukturausgleich
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