Märkte & Vertrieb

China ist die größte Gefahr für Weltwirtschaft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Aufschwung der Weltwirtschaft bleibt auch im Jahr 2017 riskant. Da zudem weder die USA noch China derzeit die Kraft besitzen, die globale Ökonomie anzukurbeln, ist mit einem moderaten Wachstum zu rechnen. Bestimmte Märkte und Regionen und nicht zuletzt die weitere Entwicklung der Inflation besitzen Potenzial für Überraschungen, so die Ratingagentur Feri in ihrem gesamtwirtschaftlichen Ausblick auf das Jahr 2017.
Laut Feri dämpfen die hohe Verschuldung der privaten Haushalte und vieler Staaten, politische Unsicherheiten und ungelöste Probleme im Bankensektor den weltweit Konsum, Investitionen und Handel. Auch für das Land, in dem heute gewählt wird, hat Feri eine Prognose zur Hand (siehe DOSSIER).
Der starke Dollar und ein drastischer Rückgang der Investitionen zur Erschließung neuer Ölfelder bremsten die wirtschaftliche Dynamik der US-Wirtschaft bis zur Jahresmitte 2016 ab. Diese Sonderfaktoren lassen in ihrer Wirkung nun nach. Spürbar war dies bereits im dritten Quartal 2016, als die wirtschaftliche Dynamik deutlich anzog. Insgesamt dürfte das BIP-Wachstum in den USA im Jahr 2017 laut Feri wieder oberhalb von zwei Prozent liegen.
Die chinesische Wirtschaft wird im Jahr 2017 um etwas weniger als 6,5 Prozent wachsen, so Feri. Der Umbau der Wirtschaft zu einem nachhaltigeren Wachstumsmodell, das vor allem auf den privaten Konsum setzt, und die Stützung bestehender Strukturen durch fortgesetzte wirtschaftspolitische Interventionen sind nach Meinung der Ratingagentur auf Dauer unvereinbare Ziele. China bleibe damit das größte Risiko für die Fortsetzung des weltwirtschaftlichen Aufschwungs.
In den Schwellenländern sei davon auszugehen, dass sich die moderate Erholung fortsetzt: Länder wie Russland und Brasilien werden im kommenden Jahr wieder positive Zuwachsraten des BIP verzeichnen. Es bestehen aber weiterhin strukturelle Ungleichgewichte, für deren Bereinigung der erforderliche politische Wille nicht überall vorhanden (Südafrika) oder zweifelhaft (Brasilien) sei. Einige Länder kämpfen mit Ungleichgewichten (Türkei), für die ein wirtschaftlicher Einbruch, ausgelöst durch eine Zahlungsbilanzkrise, das wahrscheinlichste Szenario darstellt.
Das wirtschaftliche Wachstum im Euroraum verläuft im Jahr 2017 gemäßigt und dürfte sich aufgrund der verschlechterten Exportaussichten nach Großbritannien sogar leicht abschwächen. Sowohl außenwirtschaftlich als auch binnenwirtschaftlich fehlen entscheidende Impulse für mehr Wachstum. Probleme bereitet insbesondere die Divergenz der ökonomischen Entwicklung innerhalb des Euroraums, ist sich Feri sicher. Hinzu kämen politische Risiken: Das Referendum in Italien im Dezember oder die Wahl eines neuen Staatspräsidenten in Frankreich.
In Deutschland wird der Aufschwung zwar weiterhin von einer vergleichsweise robusten Binnenkonjunktur getragen, schwächt sich aber wegen der Auswirkungen des Brexits und der schwachen Dynamik des Euroraums ebenfalls ab. Für das Jahr 2017 rechnet Feri mit einem Wirtschaftswachstum von nur noch 1,3 Prozent. Die höheren Rohstoffpreise führen derzeit zu steigenden Inflationsraten. Dieser Prozess wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen, spätestens im Frühjahr 2017 aber an Wirksamkeit verlieren. (vwh/mv)
Bild: Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt von Feri und verantwortlich für den gesamtwirtschaftlichen Ausblick (Quelle: Feri)
Global · Ausblick · Feri · Welthandel
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