Märkte & Vertrieb

Verbände mit kritischem Lob für bAV-Pläne

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) begrüßt die Pläne der Bundesregierung zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV). "Damit werden die richtigen Weichenstellungen geschaffen, damit auch Geringverdiener in den Genuss der zweiten Säule der Altersvorsorge kommen und die klein- und mittelständischen Unternehmen gefördert werden", kommentiert BVK-Präsident Michael H. Heinz.
Allerdings wolle der BK noch die Details des fast 70-seitigen Gesetzentwurfs "noch genau prüfen, aber wir freuen uns darüber, dass der BVK mit seinen Empfehlungen Berücksichtigung erfahren hat", ergänzt der BVK-Präsident. Kritik äußerte er hingegen an der Option, den Sozialpartnern zu ermöglichen, einen weiteren Durchführungsweg in der bAV zu eröffnen.
"Leider sind die Bundesministerien bei diesem Punkt wieder etwas zurückgefallen und wollen Arbeitgebern zusammen mit den Gewerkschaften ermöglichen, eine Art Sozialpartner-bAV in den Betrieben einzuführen. Ob die Sozialpartner aber die nötige Kompetenz in zukunftsfester Kapitalanlage und Finanzplanung wie wir Versicherungskaufleute haben, wagen wir zu bezweifeln", kritisiert Heinz.
"Bei allen Überlegungen sollte die qualifizierte Beratung des Vermittlers zum Wohle des Kunden berücksichtigt werden. Der Vermittler ist mit seinem sozialpolitischen Auftrag unverzichtbar. Wir werden uns am weiteren Gesetzgebungsverfahren aktiv beteiligen", fordert Heinz.
Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherer sieht den am Freitag veröffentlichten Referentenentwurf grundsätzlich positiv. "Der Gesetzentwurf ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung. Insbesondere für Geringverdiener schafft die Reform Vorteile. Zu nennen sind insbesondere die geplanten Geringverdiener-Zuschüsse für bAV-Verträge sowie die Anhebung der Riester-Zulage", heißt es vom GDV.
Allerdings werde erst die Praxis zeigen, "welchen Beitrag die neuen tarifvertraglichen Instrumente zur weiteren Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung leisten können", ergänzt der Verband. "Hier muss der Gesetzentwurf dringend nachgebessert werden, um neben unverbindlichen Zielrenten auch solche Lösungen zu ermöglichen, die die Arbeitnehmer in ihren Leistungsansprüchen absichern", so der GDV.
Zudem habe die Bundesregierung nach Ansicht des Branchenverbandes mit der "vorgeschlagenen Anhebung der Riester-Zulage" gezeigt, "dass sie weiterhin zur Riester-Rente steht". Dennoch üssten nun weitere Schritte "folgen, um die Riester-Vorsorge an die Einkommensentwicklung der vergangenen 15 Jahre anzugleichen. Schon heute können viele Kunden wegen der nominal auf 2.100 Euro eingefrorenen Höchstbeträge nicht einmal die vorgesehenen vier Prozent ihres versicherungspflichtigen Einkommens in einen Riester-Vertrag einzahlen", ergänzte der Verband. (vwh/td)
Bild: BVK-Präsident Michael H. Heinz (Quelle: BVK)
GDV · bAV · BVK
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