Köpfe & Positionen

Selbstfahrende Autos schalten Unfallrisiko nicht aus

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Unfallforscher der Versicherer glauben nicht, dass selbstfahrende Autos das Unfallrisiko ausschalten können. "Statistisch gesehen verursacht ein menschlicher Fahrer alle 216 Jahre einen Verkehrsunfall mit Personenschaden. Das muss die Maschine erst mal schaffen und übertrumpfen", betont Unfallforscher Siegfried Brockmann in einem Interview mit der Bild am Sonntag.
Zudem müsste auch "so ein System selbstlernend sein wie ein Mensch", ergänzt der Experte. So habe die Fahrzeugtechnik in den vergangenen Jahren "rasante Fortschritte gemacht: Gurt, Airbag, sichere Fahrgastzelle, Schleuderschutz". Damit habe sich die Zahl der Verkehrstoten mit 3.339 Personen in 2013 zwar nahezu halbiert, ergänzt Brockmann. Doch der Trend zeigt derzeit wieder in die andere Richtung.
"Ablenkung durch Handys, die Zunahme von älteren Verkehrsteilnehmern und auch Motorradfahrer, die ihr Fahrkönnen falsch einschätzen, spielen für die derzeitigen Anstiege in 2014 mit 3.377 Toten und in 2015 mit 3.475 Toten eine wichtige Rolle", konstatiert Brockmann.
Zudem hätten nach Ansicht des Unfallforschers auch "Aggression, grobe Überschreitung der Geschwindigkeit sowie zu geringer Sicherheitsabstand einen sehr großen Einfluss auf das Unfallgeschehen. Jeder dritte Getötete im Straßenverkehr ist auf solche Delikte zurückzuführen". Demnach passierten 58 Prozent der Unfälle auf der Landstraße, 30 Prozent innerorts und zwölf Prozent auf Autobahnen, ergänzt Brockmann. (vwh/td)
Bildquelle: Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforscher der Versicherer (UDV) (Quelle: GDV)
UDV · Siegfried Brockmann
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