Schlaglicht

Versicherungsmarketing: Schräger als Fiktion

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Dafür, dass die besten Geschichten immer noch das Leben selbst schreibt, wagen sich erstaunlich wenige Produzenten an die filmreifen Kuriositäten aus der Versicherungsbranche. An Stoff mangelt es nicht – auch jenseits skandalträchtiger Stories um den Vertreter Mehmet Göker oder den "Höhle der Löwen"-Investor Carsten Maschmeyer. Ein aktuelles Beispiel zeigt ein umstrittener Werbespot der Huk24.
Ob "Smombie-Police" für unfallverursachende Pokémon-Go-Spieler, eine Versicherung für überführte Schwarzfahrer oder die Wiesn-Police für maßkrugstreitende Oktoberfesttouristen. Man kann alles und jeden versichern. Der Produktfantasie der Versicherer scheint jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Entscheidend ist vor allem die richtige Vermarktung - und damit auch die richtige Werbung. Dass ein Werbesport in seiner Wirkung durchaus auch verfehlen kann, zeigt ein aktuelles Beispiel von Huk24. Zu sehen sind - oder vielmehr waren - feiernde Vermittler in Pool-Atmosphäre und Champagner Laune – leicht bekleidete Frauen inklusive. Dass man im Gegensatz zur Konkurrenz auf Provisionen und "viele weitere kostspielige Dinge" verzichtet, sollte die eigentliche Botschaft sein. Doch der Schuss ging mächtig nach hinten los (siehe VERTRIEB).
Das Video - welches nun wieder offline ist - zählt zu den besten Beispielen dafür, dass "Werbung nun mal eben nicht gleich Werbung ist". Denn jeder vermeintlich noch so gut gemeinte Versuch, im Gedächtnis von Otto Normalverbraucher hängen zu bleiben, taugt nur solange, wie sich der Verbraucher letztlich auch am nächsten Tag noch an die Marke oder das Unternehmen erinnern kann, konstatiert Werbekolumnist Harald Dzubilla (siehe DOSSIER).
Mit Big Data steht jedenfalls die nächste Produkt-Revolution an. Wer seinen Fahrstil aufzeichnet, seine Schritte zählen und seine Einkäufe bewerten lässt, profitiert von vergünstigten Tarifen. Sollten die Versicherer tatsächlich einmal all das umsetzen, was theoretisch möglich ist, würden sie selber zu Datenkraken à la Google und Facebook, mit noch viel intimeren Kenntnissen. Für Spannung ist gesorgt, die Vorlage für die nächste Big-Brother-Verfilmung liegt vor. Das Casting kann beginnen. (dg/td)
Bildquelle: Zurich
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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Die Swiss Re hat im Sommer 2016 im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Gewinneinbruch in seinen Büchern stehen. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, sank der Gewinn zwischen Juli und September um 16 Prozent auf 1,18 Mrd. US-Dollar (2015: 1,4 Mrd.). Insgesamt beläuft sich der Gewinn des Rückversicherers in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 3,0 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 3,7 Mrd.).
Auf zehn bis 15 Prozent soll der Direktvertrieb-Anteil am gesamten Leben-Vertrieb anwachsen, so die Prognose von Willis Towers Watson. In einer aktuellen Vertriebsstudie stellt Ulrich Wiesenewsky, Leiter Distribution Service, hingegen nur ein Wachstum von 4,3 auf 5,4 Prozent fest. Mut zur Transparenz rät Stefan Bause, Leiter Krankenversicherung, mit Blick auf Vertrieb in der PKV.
Prominente im Rentenalter, die weiter arbeiten und von sich reden machen, werden als besonders leistungsstark wahrgenommen. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der DEVK hervor. Gefragt nach zehn prominenten Persönlichkeiten genießt Königin Elizabeth II. von Großbritannien mit 95 Prozent nicht nur den größten Bekanntheitsgrad. 73 Prozent der Befragten schätzen sie als sehr fit für ihr Alter ein.
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