Politik & Regulierung

Politische Großwetterlage dämpft Reisebilanz

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Terrorismus und Tourismus schließen sich naturgemäß aus. So spielt die allgemein spürbare Verunsicherung aufgrund der Sicherheitslage derzeit auch eine Rolle bei der Reiseentscheidung, konstatiert des Deutsche Tourismusverband vor dem Hintergrund des heute stattfindenden Tourismustages in Dortmund. Grundsätzlich gilt aber: Deutschland ist und bleibt das liebste Urlaubsreiseziel der Deutschen vor Spanien und Italien.
Demnach verzeichneten Spanien, Portugal, Italien und Griechenland nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) deutliche Zuwächse bei der Anzahl der Urlauber. Gleichzeitig setzten auch Kreuzfahrten und teilweise auch Fernreisen ihren Wachstumstrend aus den Vorjahren ebenfalls fort. Weiterhin krisengeschüttelt zeigten sich die Destinationen in der Türkei, in Ägypten und Tunesien - mit entsprechenden Auswirkungen auf das Reiseverhalten und deutlichen Buchungsrückgängen.
Ersten Hochrechnungen des Deutschen ReiseVerbandes (DRV) zufolge ist der Umsatz im Veranstaltermarkt während des Touristikjahres 2015/2016 um etwa eine Mrd. Euro zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies laut DRV einem Umsatzrückgang von drei bis vier Prozent auf etwa 26,3 Mrd. Euro. Selbst auf dem deutschen Markt geht der Verband von einem Rückgang der Umsätze von zwei bis drei Prozent auf etwa 22,9 Mrd. Euro aus. Dies umfasst neben dem Touristikgeschäft auch das Geschäftsreise-Segment.
Gleichzeitig startet die aktuelle Wintersaison nach Verbandsangaben eher schwach. Laut DRV liegen die Buchungen für die nächsten Monate noch unter dem Vorjahreswert. Besonders beliebt seien hingegen die Reiseziele in Spanien - allen voran die Kanaren und Balearen. Der Aspekt "gefühlte Sicherheit" spielt nach Ansicht einer Sprecherin des Tourismusverbandes auch weiterin in die Urlaubsentscheidung hinein.
Bei den Reiseversicherern machen sich die Turbulenzen der vergangenen Monate jedenfalls auch in der Abschlussbereitschaft der Kunden bemerkbar. "Denn die Einbußen im touristischen Markt wirken sich nicht in gleichem Maße negativ auf den Abschluss von Reiseversicherungen aus. Wir schlussfolgern daraus, dass es ein vermehrtes Sicherheitsbedürfnis gibt und dadurch die Durchdringungsquote gestiegen ist. Das bedeutet, dass weniger Reisen gebucht werden, die Kunden, die reisen, aber öfter eine Reiseversicherung abschließen", konstatiert Andreas Gent, Vorstand der Hanse Merkur, exklusiv gegenüber VWheute. (vwh/td)
Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de
Reiseversicherungen · Tourismus · Terrorgefahr · Andreas Gent
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