Politik & Regulierung

Alterssicherungsbericht mit Vorsicht deuten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln warnt davor, die Einzelbefunde des Alterssicherungsberichts der Bundesregierung vorschnell zu deuten. Die Frage, wer zu wenig für das Alter vorsorgt, muss im komplexen Zusammenhang betrachtet werden. Vorschnelle Ratschläge treffen nicht immer ins Schwarze.
Die gemeldeten Zahlen aus dem aktuellen Alterssicherungsbericht bieten demnach kaum neue Erkenntnisse. Es ging, wie aus dem vorangegangenen Bericht, zwar hervor, welche Personengruppen Gefahr laufen, im Alter bedürftig zu werden. Die Ergebnisse müssten aber im Einzelfall betrachtet und interpretiert werden.
Der neue Bericht besagt beispielsweise, dass insbesondere Bezieher geringer Einkommen zu wenig zusätzlich für das Alter vorsorgen. Ob sie von Altersarmut betroffen sind, hängt aber im Einzelfall mit der Familiensituation zusammen, die nicht mit berücksichtig wird. „Armutsrisiken werden im Haushaltskontext gemessen – das heißt, es kommt auf den Partner an. In manchem Haushalt resultiert der geringe Verdienst aus einer freiwilligen Teilzeitbeschäftigung. Die Hauptlast der gemeinsamen Altersvorsorge trägt vielleicht der Vollzeit arbeitende Partner“, schreibt das Institut der Deutschen Wirtschaft.
Anderes Beispiel: Die Tatsache, dass die betriebliche Altersvorsorge nicht mit dem Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen mithält und die Zahl der Riester-Verträge stagniert, ist kein neuer Befund. Leitet sich daraus ab, dass Arbeitnehmer zu wenig vorsorgen? „Abgesehen von der Frage, wieviel Vorsorge richtig ist, bestehen weitere Optionen der Vermögensbildung – von der privaten Rentenversicherung (Basis- oder Rürup-Rente) über die Kapitallebensversicherung bis hin zur (ungeförderten) Bildung von Aktienvermögen; vom Immobilienerwerb und der Hypothekentilgung ganz zu schweigen“, gibt das Institut zu bedenken. Aus den bloßen Zahlen lassen sich demnach keine uneingeschränkten Empfehlungen für eine Armutsprävention ableiten. (vwh/jh)
Bild: Die Hauptlast der Altersvorsorge trägt oft ein Ehepartner. Der Partner mit geringem Einkommen ist nicht automatisch von Armut betroffen. Quelle: angieconscious / pixelio.de
Alterssicherung
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