Politik & Regulierung

Rentenlücke in Milliardenhöhe

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sieht dunkle Wolken am gesetzlichen Rentenhimmel aufziehen. Aufgrund des demografischen Wandels geht das überparteiliche Bündnis davon aus, dass bis zur Finanzierung der gesetzlichen Rente weitere 83 Mrd. Euro fehlen werden. Zudem müssten laut INSM etwa 38,2 Millionen Nettozahler den Lebensunterhalt von 41 Millionen Nettoempfängern teilweise oder ganz finanzieren.
Dabei stützt sich die Initiative auf eine Prognosstudie, wonach der Finanzierungssaldo der öffentlichen Haushalte im Jahr 2040 bei 144 Mrd. Euro liegen würde. Davon entfallen 36 Mrd. Euro auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und 13 Mrd. Euro auf die Pflegeversicherung. Weitere zehn Mrd. Euro fehlten zudem in den Kassen der Gebietskörperschaften. Würde die Bundesregierung das Rentenniveau auf heutigem Niveau festschreiben, würde sich die Finanzierungslücke um weitere 20 Mrd. auf 103 Mrd. Euro erhöhen, rechnet die Studie vor.
Gleichzeitig wurde auch untersucht, wie sich bis zum Jahr 2040 die Gesamtbelastungen entwickeln werden. Demnach müssten die Beitragssätze der Sozialversicherungen von heute zusammengerechnet 39,5 auf 49,2 Prozent steigen - im Falle eines konstanten Rentenniveaus sogar auf 52 Prozent. "Auch ohne zusätzliche Belastungen drohen die Beitragssätze der Sozialversicherungen völlig aus dem Ruder zu laufen", appelliert Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM, an die Politik.
"Ein höheres Rentenniveau, eine kostspielige Angleichung der Ost-Renten oder zusätzliche Ausgaben für die Mütterrente mögen aus Sicht von Wahlkampfstrategen eine verlockende Idee sein, führen aber genau in die falsche Richtung. Wer unser Rentensystem funktionsfähig und gerecht halten will, muss die betriebliche und private Vorsorge stärken und das Renteneintrittsalter angemessen anheben." (vwh/td)
Bildquelle: Claudia Hautumm / pixelio.de
Sozialversicherung · Rentenlücke
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