Märkte & Vertrieb

Messe-Chef zieht positive Bilanz der DKM 2016

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit Erleichterung haben die Veranstalter den positiven Verlauf der diesjährigen Messe für Deckungsschutz (DKM) aufgenommen. Messe-Chef Dieter Knörrer zeigte sich "rundum zufrieden" über die Besucherzahlen. An den Ständen habe es sehr, sehr viele Gespräche gegeben, auch die Entscheidungsträger auf Ausstellerseite hätten sich positiv geäußert und gebeten, "die Messe nicht sterben zu lassen".
Geld ist nicht alles. Kultur, Tradition, Vertrauen und Verwurzelung sind ebenfalls wichtige Faktoren für den Erfolg eines Unternehmens. Das gilt nach Karl-Heinz Rummenigge, Manager des FC Bayern München und Stargast am zweiten und letzten Tag der DKM, nicht nur für den Fußball, sondern auch für Unternehmen wie die der Versicherungswirtschaft. Fußball und Versicherung sind ein Paar, das nicht nur in München (Allianz-Arena), Hannover (HDI-Arena) oder gleich um die Ecke der DKM in Dortmund (Signal Iduna Park) sehr gut zusammenpasst.
Die Mischung machts, das wurde im Dialog mit Kicker-Chefredakteur Rainer Holzschuh deutlich. Die Mischung war es auch, die der DKM, die sich selbstbewusst "Die Leitmesse" nennt, zum Erfolg verhilft: Die Mischung aus Information und Unterhaltung, aus Markt- und Tummelplatz. Die Gänge waren voll wie im letzten Jahr, auch dies ein guter Indikator für die von Umwälzungen geplagte Branche.
Deutsche Sonderwege standen nicht nur beim Fußball-Talk auf dem Programm, sondern auch auf der von Fachanwalt und Versicherungswirtschaft-Gastautor Jürgen Ewers moderierten Podiumsdiskussion zum Thema "Berufsbild des Versicherungsmaklers". Dreh- und Angelpunkt der Diskussion war hier die im Juni 2016 vom Bundesgerichtshof gefällte Entscheidung in Sachen Rechtsdienstleistungsgesetz welches nach Einschätzung von Rechtsexperten eine Zäsur bedeutet.
Die Entscheidung setzt die Rechtsprechung von 1985, ebenfalls beim BGH gesetzt, zur Beschreibung des Versicherungsmaklers als Sachwalter des Versicherungsnehmers fort und hat Auswirkungen auf das Profil des Maklers, darüber waren sich alle Beteiligten einig: Oliver Meixner, Fachanwalt für Versicherungsrecht, Hans-Georg Jenssen, Chef des VDVM, Lars Widany von Charta, Matthias Beenken von der Uni Dortmund und Christian Armbrüster von der Freien Universität Berlin. Armbrüster bezeichnete es als eine der spannendsten Fragen im Versicherungsrecht was denn der Makler tatsächlich sei und wem er verpflichtet sei.
Er ist nicht Trabant des VN, sondern er hat wie jeder Kaufmann seine eigenen Interessen im Auge, die er dadurch erfüllt, dass er als echter Mittler bei den gegenwärtigen Parteien von Versicherungsverträgen kaufmännisches Ansehen gewinnt, lautet die vorangestellte Prämisse. Dies führt international allerdings zu erheblichen Verwerfungen, wenn Anbieter aus Österreich, der Schweiz, England oder Irland in der Haftpflichtversicherung europaweit anderen Regeln unterworfen sind, als die deutschen Dienstleister, so Ewers weiter.
Die Politik habe hier ein "Dunkelfeld bewusst nicht angerührt", ist sich Armbrüster sicher, möglicherweise gab eine politische Ideologie die Richtung vor. Das Aufkommen neuer Mischformen befürchtet hier Beenken, notwendig sei ein durchdachtes neues Maklergesetz mit einer klaren Normierung.
Doch dies wird wohl nicht mehr vor der nächsten Bundestagswahl kommen, ebenso wenig wie das Thema IDD 2, wie Messechef Knörrer vermutet. 2018 ist hier das Stichjahr, doch die Zeit drängt, sind doch schon heute viele Vermittler jenseits der 50 bis 60 Jahre alt, so Knörrer. Welche Bilanz die DKM im Jahr 2016 zieht und welches die bestimmenden Themen an den Ständen waren, erläutert Knörrer im Interview mit VWheuteTV:
"Die ganze Welt hat sich verändert", sagte Rummenigge abschließend auf die Frage, wo für die Bayern das Ende der Fahnenstange bei Gehältern und Ablösesummen erreicht sei. "Der romantische Blick zurück" ist dabei nicht hilfreich, so der Manager weiter. Auch das gilt für die Versicherungswirtschaft wie der Konklusion des ehemaligen Fußballprofis: "Siege sind nicht planbar, aber der Erfolg". (siehe auch KÖPFE) (vwh/ak)
Bild: DKM-Messechef Dieter Knörrer ist mit der Messe zufrieden. (Quelle: Alexander Kaspar)
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