Schlaglicht

Kein Zurück für die Müllabfuhr

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Müllautos sollen zukünftig nicht mehr rückwärts fahren. Diese Regelung für die Abfallsammlung wurde von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) beschlossen. Da es bei rückwärts navigierenden Müllautos häufig zu schweren Unfällen von Einweiser und unbeteiligten Personen gekommen sei, müssten die Routen zukünftig so geplant werden, dass unfallträchtige Rückwärtsfahrten entfallen.
An der Erarbeitung der Branchenregel waren Fachleute der Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, Entsorgungswirtschaft und der Gewerkschaft ver.di beteiligt. In Ausnahmefällen soll das Rückwärtsfahren weiterhin möglich sein. Dazu müssen jedoch "Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten festgelegt“ werden. "Die Branchenregel berücksichtigt auch die Möglichkeit, mit Fahrerassistenzsystemen die Sicherheit für alle Betroffenen zu erhöhen", erklärt Dirk Füting, Leiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft der DGUV. Er ist sich sicher, dass durch die Branchenregelung Arbeitsschutz, praktische Umsetzung und aktuelle Technik in Einklang gebracht werden.
Nur wenn andere Möglichkeiten erfolglos ausgeschöpft sind, darf ausnahmsweise rückwärts navigiert werden. Zuvor müssen aber auch bauliche Veränderungen an den Abfallsammelstellen oder Änderungen in der Verkehrsführung geprüft werden. Wie die gefahrlose Rückwärtsfahrt erfolgen soll, ist durch eine Gefährdungsbeurteilung festzulegen. Unter anderem muss der Unternehmer festlegen, über welche Kenntnisse Einweiser verfügen müssen. "Klar ist aber, dass es auch in Zukunft Situationen geben kann, in denen das Rückwärtsfahren einfach zu gefährlich ist", erklärt Füting. "Wir appellieren daher insbesondere an die Stadtplaner, die Bedürfnisse der Entsorger zu berücksichtigen, wenn sie die Verkehrswege planen."
Besonders betreffen dürfte die Regelung Anwohner von Sackgassen ohne Wendemöglichkeit. Wenn dort keine Ausnahmeregelung in Kraft tritt, müssen die Anwohner ihre Mülltonnen möglicherweise bis zur nächsten geeigneten Straßenecke rollen. Eine Situation, die für alte Menschen oder Personen mit Handicap Schwierigkeiten mit sich bringen dürfte. (vwh/jh)
Bild: Ob Müllfahrzeuge bei der Abfallsammlung rückwärts in Stichstraßen oder Sackgassen ohne Wendemöglichkeit einfahren dürfen, ist seit Jahren immer wieder Thema in Städten und Gemeinden. (Quelle: Fabio Sommaruga / pixelio.de)
DGUV
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