Politik & Regulierung

Krank: Ab ins Ausland?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Deutsche Patienten sind teuer: 328 Mrd. Euro kosten deutsche Patienten pro Jahr, Tendenz steigend. Die Krankenkassen könnten allerdings 18 Mrd. - also gut fünf Prozent - sparen, wenn sie Patienten ins Ausland schicken würden, das zeigt eine Studie. Müssen Patienten also bald polnisch oder türkisch lernen?
Hohe Personal- und Krankenhauskosten sind Kostentreiber des deutschen Gesundheitssystems. Eine Studie des Gesundheitsportals Junomedical, in der 1.011 europäische Kliniken verglichen wurden, hat eine Preisersparnis von durchschnittlich 25 Prozent ermittelt. Experten fordern daher konsequentere Auslandsbehandlungen.
Medizinerin  ophie Chung von Junomedical: "Durch niedrigere Kosten bei Personal und Material sind viele Behandlungen im europäischen Ausland günstiger. Bei gleicher Qualität und Leistung kosten beispielsweise zahnärztliche Behandlungen in Polen oder der Türkei ein Drittel weniger."
Statistisch kostet jeder Bürger pro Jahr rund 3.700 Euro, Menschen ab 65 Jahren 6.085 Euro, Senioren ab 85 sogar 13.410 Euro. Die Gesundheitskosten unter Berücksichtigung der IGEL-Leistungen liegen bei 328 Mrd. Euro. Größte Kostenblöcke: Krankenhausbehandlungen (34 Prozent), Medikamente (18 Prozent), ärztliche Behandlungen (15 Prozent) und Zahnarztkosten (fünf Prozent).
Nach Abzug der Fixkosten - etwa für Verwaltung oder Notfälle - sind 43 Prozent der Gesundheitskosten positiv beeinflussbar. Die Experten fordern Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf, konsequente Anreize zu schaffen, damit Patienten und Kassen gemeinsam auch im Ausland nach günstigen Alternativen suchen. (vwh/mv)
Bild: Röntgenbild eines Thorax (Quelle: Dieter Schütz / pixelio.de)
PKV · GKV · Kosten · Behandlungen
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