Köpfe & Positionen

Munich Re und Hannover Rück zieht es nach Indien

Von Dominic EggerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ludger Arnoldussen will die Munich Re auf Wachstumskurs bringen. Die nächste Destination ist Indien, wo sie bereits ein Büro unterhält. Das Unternehmen steht kurz vor der Marktzulassung. Rendite soll außerdem die neue Big-Data-Strategie bringen. "In Indien habe ich Geduld gelernt", erklärt der Vorstand bei der Münchner Rück für den Deutschlandmarkt, Asien/Pazifik und Afrika.
Bereits seit längerem hat das Unternehmen alle nötigen Unterlagen zur Beantragung einer Rückversicherungslizenz bei den indischen Behörden eingereicht. Allein die Antwort lässt auf sich warten. Ob die Zulassung in Kürze oder innerhalb der nächsten Monate erteilt wird, bleibt für die Nummer eins im deutschen Rückversicherungsgeschäft noch im Dunkeln.
Nachdem der indische Markt auch für ausländische Akteure geöffnet wurde, zieht es die großen Rückversicherer auf den indischen Markt. Lokale Erstversicherer ziehen sich derzeit aus dem Leben-Geschäft zurück, das sich in den letzten Jahren wie hierzulande als nicht mehr profitabel erwiesen hat. Daneben wächst die Microinsurance sowie vor allem eine neu aufgelegte Agrarversicherung, und damit auch der Rückversicherungsbedarf. An die Tür klopft auch die Hannover Rück, die mit Mumbai und Delhi bereits zwei Büros mit insgesamt 30 Mitarbeitern betreibt. In Baden-Baden machte die Nachricht die Runde, Swiss Re und Munich Re hätten die erforderliche Lizenz diese Woche erhalten (siehe DOSSIER).
Für die angestrebte Wachstumsdynamik, setzt Ludger Arnoldussen auf IT und das Thema "Big Data". Mit dem „Plug and Play Tech Center" im kalifornischen Silicon Valley versucht das Traditionsunternehmen, sich die Innovationskraft von Start-Ups in der Analyse großer Datenmengen und zum Internet of Things nutzbar zu machen (siehe UNTERNEHMEN).
"Munich Re ist Teil von Big Data", spitzt Arnoldussen den Anspruch des Unternehmens zu. In innovative Start-Ups und Insurtechs zu investieren, so weit möchte der studierte Betriebswirt hingegen nicht gehen. Vielmehr strebt die Münchner Rück Partnerschaften mit Technologieanbietern, Big-Data-Analysten und Erstversicherern an, um neue Versicherungslösungen zu entwickeln. Bereits realisierte Big-Data-Anwendungen sind ein automatisierten Nachrichtenmonitoring zur Optimierung des Schadenmanagements und eine Naturkatastrophe-Datenbank für ein verbessertes Risikomanagement. (de)
Bild: Ludger Arnoldussen, Vorstand der Munich Re (Quelle: Munich Re)
Hannover Rück · Munich Re · Indien · Ludger Arnoldussen
Auch interessant
Zurück
24.10.2017VWheute
Baden-Baden: Vier Kumul­schäden und keine Trend­wende Harvey, Irma und Maria waren heftig. Ob sie zusammen mit dem Erdbeben in Mexiko ausreichen, für …
Baden-Baden: Vier Kumul­schäden und keine Trend­wende
Harvey, Irma und Maria waren heftig. Ob sie zusammen mit dem Erdbeben in Mexiko ausreichen, für eine Trendwende bei den Rückversicherungsprämien zu sorgen, zeigt sich diese Woche. Doch bereits am ersten Verhandlungstag o…
10.10.2017VWheute
Protest bei der Ergo: Alles mies wegen Rieß? Die Ergo-Führung soll von der eigenen Wachstumsstrategie abweichen, sie breche aus Sicht der …
Protest bei der Ergo: Alles mies wegen Rieß?
Die Ergo-Führung soll von der eigenen Wachstumsstrategie abweichen, sie breche aus Sicht der Beschäftigten Absprachen aus dem Vorjahr und verspiele das mühevoll gehegte Vertrauen. In Hamburg gehen 1.000 Beschäftige auf die Straße, von …
09.10.2017VWheute
Allianz verliert Partner und womög­lich die Lizenz in Indien Oliver Bäte will den digitalsten Versicherer der Welt formen. Der Prüfstein für Erfolg …
Allianz verliert Partner und womög­lich die Lizenz in Indien
Oliver Bäte will den digitalsten Versicherer der Welt formen. Der Prüfstein für Erfolg oder Misserfolg seiner Modernisierungsstrategie liegt in Indien, dort schafft er tausende Jobs. 2001 war die Allianz mit dem Partner…
02.10.2017VWheute
Talanx will mittel­fristig zukaufen Herbert K. Haas und Immo Querner, Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der Talanx, freuen sich über eine …
Talanx will mittel­fristig zukaufen
Herbert K. Haas und Immo Querner, Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der Talanx, freuen sich über eine Kriegskasse von bis zu fünf Mrd. Euro. Dass sie diese in Zukunft für internationale Akquisen nutzen wollen, verrät die Talanx-Führung …
Weiter