Politik & Regulierung

Versicherer engagieren sich für Klimaziele

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Die europäischen Versicherer und Rückversicherer drängen darauf, dass Politik und Wirtschaft in Europa nach den beschlossenen Umweltzielen beim UN-Klimagipfel von Paris, den Worten nun auch Taten folgen lassen. Das unlängst feierlich von der Weltengemeinschaft bekräftigte Klimaziel, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius gerechnet von 1990 an drücken zu wollen, muss nach Ansicht von Insurance Europe mit Leben erfüllt werden.
Bereits vor 20 Jahren, so Insurance Europe, der Dachverband der europäischen Versicherer, hätte die Versicherungsbranche das wachsende Risiko von zunehmenden Umweltschäden globalen Ausmaßes erkannt: "Der weiter ansteigende globale durchschnittliche Temperaturanstieg lässt häufiger auftretende starke Naturkatastrophen auf der ganzen Welt erwarten". Es sei an der Zeit, so Insurance Europe, Maßnahmen zu ergreifen, künftige klimabedingte Schäden zu minimieren und drauf hinzuwirken, dass Umweltrisiken zu bezahlbaren und nachhaltigen Deckung in den kommenden Jahren ermöglicht werden.
Als "underwriters" von Risiken durch Naturkatastrophen, sei sich der Versicherungssektor in besonderem Maße der Gefahren, die vom Klimawandel ausgehen, bewusst. Sorgen bereiten der Branche die Tatsache, dass der Temperaturanstieg es zunehmend schwieriger gestaltet, einen für Menschen und moderne Gesellschaften unabdingbaren Versicherungsschutz, zu angemessenen Konditionen zu gewährleisten.
Mit dem in Paris im November 2015 von 195 Staaten vereinbarten UN-Klimaabkommen im Rahmen von COP21 vereinbarten Zielen und nunmehr von der Europäischen Union (EU) ratifiziert, sie es an der Zeit für Politiker, Industrieführer und der Öffentlichkeit konkrete Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung in Angriff zu nehmen. "Es ist nunmehr hohe Dringlichkeit geboten, den Worten Taten folgen zu lassen".
Die Versicherungsbranche sei durch ihre Erfahrungen mit der Abdeckung und Regulierung von Umweltschäden in der Vergangenheit der natürliche Ratgeber für Politik und Wirtschaft, die Herausforderung der Zukunft bei Umweltrisiken zu bewältigen.
Die Versicherer und die Rückversicherer hätten bereits Maßnahmen ergriffen bei der Risikoeinschätzung und - analyse, um ihrerseits Vorsorge für die anstehende Herausforderung von Umweltschäden gewappnet zu sein. So orientierten sich Versicherer nicht mehr ausschließlich an historischen Datenmaterial, sondern ziehen auch neue Risikomodelle heran. Mit derartigen langfristigen Voraussagemodellen werde die Assekuranz in die Lage versetzt, besser auf Kunden – und Verbraucherspezifisch zugeschnittene Produkte mit unterschiedlichen Risikoprofilen anbieten zu können.
"Insurance Europe begrüßt die Anstrengungen der Europäischen Kommission in ihrer Anpassungsstrategie aus dem Jahre 2013". Es bedürfe einer führenden Rolle der Politik, die Auswirkungen des Klimawandels durch effektive Vorsorgeplanungen abzufedern. So sei es beispielsweise wichtig, bei künftiger Raumordnung, dass lokale und regionale Behörden die Bebauung in Risikobereichen in Überschwemmungsgebieten untersagten. Ferner sei es angebracht, durch Steuerbegünstigung private Investitionen in nachhaltige Infrastrukturen zu befördern. (taf)
Bild: mattnadoodle / pixelio.de
Insurance Europe · Klimaschutz
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