Schlaglicht

"Generali sagte: Wir bezahlen nicht mehr"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Schweizer Dylan Weber steuerte auf eine Eishockeykarriere zu und trat mit 20 Jahren zurück, weil Generali ihn angeblich dazu gedrängt habe. Die Italiener drohten ihm die Tagegelder nach einer Schulterverletzung einzustellen, berichtet der Tages-Anzeiger. Die Generali weist die Vorwürfe von sich und sieht sich im Recht.
Dylan Weber hat das Talent, um in der National Hockey League (NHL) in den USA zu spielen. Dann renkte er sich beim Spielen die Schulter aus. Mit dieser hatte er seit der Kindheit Probleme, da er mit zu langen Bändern zur Welt gekommen war, schreibt der Tages-Anzeiger. Weil offiziell kein Fremdverschulden vorlag und der Videobeweis in der 1. Liga nicht gilt, kam die Versicherung des HC Thurgau ins Spiel, Generali. Diese stellte sich erst auf den Standpunkt, dass es sich um eine alte Verletzung handle.
Schließlich übernahm der Versicherer die Kosten für die Operation, teilte Weber aber mit, per Ende 2015 die Taggelder einzustellen. Gemäß seinem Vertrag mit Thurgau hätte Weber bei Arbeitsunfähigkeit bis 730 Tage lang Taggelder erhalten sollen. Der Sportverletzung hatte sich der Eishockeyspieler im Oktober 2014 geholt.
Generali legte ihm nahe, den Vertrag mit Thurgau aufzulösen, um danach Geld zu verdienen oder zumindest Arbeitslosengeld zu erhalten. Weber kündigte zum 31. Dezember 2015 und trat offiziell zurück – was er inzwischen bereut, zumal seine Schulter sich gut erholt hat. "Ich hörte auf, weil Generali sagte: Wir bezahlen nicht mehr, Punkt, fertig. Wenn du weitermachen willst, musst du selber schauen." Dieses Risiko war ihm zu groß: "Ich musste mich entscheiden: Spiele ich weiter, ohne die Schulter versichert zu haben, oder konzentriere ich mich auf eine neue Arbeit?", wird Weber im Tages-Anzeiger zitiert.
Zum Vorwurf, man habe Weber nahegelegt, den laufenden Vertrag mit dem HC Thurgau per Ende 2015 zu kündigen, schreibt Generali in einem Statement: "Dies trifft nicht zu. Ob die Sporttätigkeit auf bisherigem ­Level noch ausgeübt werden kann/soll, wurde von den behandelnden Fachärzten und Sportmedizinern mit dem ­Patienten besprochen." Die Versicherer hält zudem fest, dass Weber keinen Anspruch auf maximal 730 Tagegelder hatte, obwohl dies in seinem NLB-Vertrag so stand, meldet der Tages-Anzeiger. Er sei gemäß Bundesgesetz über die obligatorische Unfallversicherung versichert gewesen, und darin "wird die Dauer der Taggeldleistungen nicht mit einer bestimmten Anzahl von Tagen festgelegt". Diese Tagegelder hatte Generali Ende 2015 auch eingestellt. (vwh/dg)
Bild: Kozlowski / pixelio.de
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