Schlaglicht

EuGH kippt Preisbindung für Medikamente

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die deutsche Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente als Verstoß gegen das EU-Recht gekippt. Demnach sei die Regelung eine ungerechtfertigte Beschränkung des freien Warenverkehrs, urteilten die Richter. Bisher kostet ein verschreibungspflichtiges Medikament in Deutschland in jeder Apotheke stets dasselbe, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Demnach beträgt der Aufpreis immer drei Prozent des Einkaufspreises zuzüglich 8,10 Euro für die Verpackung. Damit sollen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums die Medikamente nicht zu teuer werden und dass damit die Krankenkassenbeiträge bezahlbar bleiben. Zudem sollen damit gleiche Wettbewerbsbedingungen und ein flächendeckendes Apothekennetz in allen Regionen Deutschlands gewährleistet werden, berichtet die FAZ weiter.
"Das Urteil ist ein Schlag gegen die gerechte Arzneimittelversorgung der Patienten in Deutschland", kritisierte Hermann Kortland, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH), das Urteil. "Arzneimittel sind Waren der besonderen Art und keine Konsumgüter. Gesundheit darf sich nicht danach richten, ob Patienten auf dem Land oder in der Stadt leben, denn Krankheit tut dies auch nicht. Rosinenpickerei gefährdet die nachhaltige Patientenversorgung", ergänzt der Verbandsvertreter.
Die Versandapotheke DocMorris sprach hingegen von einem guten Tag für die Patienten. "DocMorris steht seit jeher für mehr Wettbewerb im Apothekenmarkt, sowohl bei der Versorgung der Patienten als auch beim Preiswettbewerb. Wir haben unseren Kunden Boni auf Rezept stets zulasten unserer eigenen Marge gewährt. Dies können die Kunden auch zukünftig wieder von uns erwarten. Chronisch kranke Menschen mit einem hohen und regelmäßigen Medikamentenbedarf werden so jährlich um mehrere hundert Euro entlastet. Der Patient spart, das Gesundheitssystem wird nicht belastet", betont DocMorris-CEO Olaf Heinrich. (vwh/td)
Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de
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