Politik & Regulierung

Eiopa will mit dem PEPP seine Kompetenzen ausweiten

Von Christoph BaltzerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die europäische Versicherungsaufsicht will das Pan European Pension Product (PEPP) weiter forcieren. „Mit dem Pepp können europäische Bürger die Vorteile eines einheitlichen Kapitalmarkts unmittelbar sehen“, sagte Eiopa-Chef Gabriel Bernardino gestern in Frankfurt. Bislang haben sich jedoch nur die Verbraucherschützer positiv geäußert.
Angesichts des Erstarkens des Nationalismus sucht man in Brüssel nach sichtbaren Erfolgen. Als besonders dafür geeignet hält man das Pan European Pension Product, das Eiopa im letzten Jahr entwickelt hat. „Zusammen müssen wir alles unternehmen, um das Vertrauen der Bürger in die Europäische Union und seine Finanzbranche zurückzugewinnen“, sagte Gabriel Bernardino gestern auf der sechsten Eiopa-Konferenz in Frankfurt/Main.
300 Zuhörer aus ganz Europa, den USA und Japan waren angereist, um sich über Probleme bei der Implementierung von Solvency II auszutauschen. Man sprach auch über die Folgen der Digitalisierung und einen einheitlichen Markt für Altersvorsorge. „Eiopa steht bereit, an Pepp weiter zu arbeiten“, sagte Bernardino. In weiteren Produktpiloten will er auch Modelle für Altersvorsorge-Produkte ohne Garantie (defined contribution) und Betriebsrenten entwickeln.
Gegenüber Journalisten stritt Bernardino ab, dass Eiopa die Versicherungsmärkte jetzt in die Produktregulierung zurücktreibt. Doch genau das macht die Behörde mit dem Pepp, zumindest theoretisch. Eiopa macht Vorgaben zu den biometrischen und finanziellen Garantien und zu den Informationsblättern. "Wir wollen nicht zu einer Produkterlaubnis zurück", sagte Bernardino vor Journalisten.
GDV-Präsident Alexander Erdland hatte sich im vergangenen Jahr positiv über den Eiopa-Vorstoß geäußert. Politiker der CDU und der Grünen sparten jedoch nicht mit Kritik. Vorwurf: Einmischung in nationale Angelegenheiten.
Bernardino lockt Lebensversicherer mit Erleichterungen bei der Solvenzbetrachtung für das PEPP. Gleichzeitig kündigt der Eiopa-Chef an, dass die Kompetenzen von Eiopa ausgeweitet werden müssen. "Die Implementierung des PEPP muss mit einer Evolution der Kräfte und der Tools von Eiopa einhergehen." Letzte Woche hatte bereits das Econ beschlossen, dass Finanzprodukte vereinfacht werden müssen. (ba)
Bild: Eiopa-Chef Gabriel Bernardino (Quelle: Eiopa)
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