Schlaglicht

Tote und Verletzte bei BASF-Explosion

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Eine starke Verpuffung auf dem Gelände des Chemieriesen BASF in Ludwigshafen hat zu Wochenbeginn die Einsätzkräfte und Behörden in Trab gehalten. Bislang sind mindestens ein Toter und sieben Verletzte zu beklagen. Medienberichten zufolge werden derzeit sechs Menschen vermisst. Als Unfallursache werden Arbeiten an einer Rohrleitungstrasse genannt. Hinweise auf einen Terroranschlag gab es nach Polizeiangaben nicht.
Die erste Detonation wurde gegen 11:25 Uhr verzeichnet. Infolgedessen stieg über dem Norden der Stadt eine Rauchsäule auf. Die Anwohner wurden angehalten, in ihren Häusern zu bleiben, die Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie die Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Zudem warnten die Behörden der Nachbarstadt Mannheim davor, dass die Rauchwolke über das Stadtgebiet ziehen könnte.
Weitere Hintergründe auch über weitere Gefahren waren bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Zudem gab es auch keine Hinweise dazu, welche Stoffe sich in der Luft befanden. Autofahrer wurden aufgefordert, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Nach Angaben der BASF werden im Landeshafen Nord brennbare Flüssigkeiten sowie unter Druck verflüssigte Gase umgeschlagen. Die jährliche Menge schätzt das Unternehmen auf etwa 2,6 Mio. Tonnen. Versichert ist der Chemiekonzern bei Lucura. Die Captive der BASF ist derzeit die Nummer 116 der Schadenversicherer mit Beitragseinnahmen von 57 Mio. Euro, davon 34,7 Mio. im Selbstbehalt.
2015 kam Lucura für Schäden in Höhe von 48,3 Mio. Euro (Vorjahr 30,4 Mio.) auf, darunter auch zwei Großschäden in der Feuer- und Transportversicherung mit einem Bruttoschadenaufwand von insgesamt 9,4 Mio. Euro. Mit welcher Schadensumme das Unternehmen, welches in diesem Jahr sein 25-jähriges Firmenjubiläum begeht, durch die Explosion bei BASF rechnen muss, ist noch offen.
Das Unglück belegt, wie wichtig Industrieversicherer nach wie vor an der Seite der Unternehmen sind. Um weiterhin als Partner für Industrieunternehmen relevant zu bleiben, "müssen Versicherer mit den Risikomanagern sprechen, um neue Risiken, mit denen unsere Kunden konfrontiert sind, zu verstehen und mit diesen Schritt zu halten", glaubt Mike Mc Gavick, Vorstandsvorsitzender von XL Catlin, gegenüber VWheute. Dafür müsse man "die richtigen Talente und Systeme zur Verfügung haben" (siehe KÖPFE). (td)
Bild: Explosion bei der BASF (Quelle: dpa)
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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Derzeit beschäftigen sich viele Unternehmen mit dem Aufbau von Kundenportalen. Sie erhoffen sich erhöhte Kundenzufriedenheit, Kostenersparnisse oder neue Vertriebsansätze. Bei kritischer Bewertung zeigt sich jedoch häufig, dass die Ziele trotz hoher Investitionen unzureichend bis gar nicht erfüllt werden, warnen Alexander Horn und Sebastian Umlauf in einem Gastbeitrag in der Zeitschrift Versicherungswirtschaft.
Das neue Aufsichtsregime für die Versicherungsunternehmen Solvency II, das seit Jahresbeginn in Kraft gesetzt wurde, hat nach übereinstimmender Meinung von Politik und Aufsicht die ersten zehn Monate erfolgreich funktioniert. "Wir haben bislang keine Schwachstelen ausgemacht", sagte Finanzstaatssekretär Michael Meister (CDU) auf der ersten Nach-Solvency-II-Konferenz des GDV in Berlin.
Bei dem einen oder anderen Erstversicherer werden für die Neuverhandlungen der Rückversicherungsverträge in Baden-Baden Termine frei. In einer Auslegungsentscheidung hat die Finanzaufsicht den Zugang zum deutschen Erstversicherungsmarkt eingeengt. Für die aufsichtsfreie Korrespondenzversicherung gibt es nun fast keinen Spielraum mehr. Bislang sind nur die Aufsichtssysteme der Schweiz, der Bermudas und Japans als Solvency-II-adäquat anerkannt.
BASF · Lucura
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