Schlaglicht

Casual, nicht nur am Freitag

Von Christoph BaltzerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wer in alten Fußballbüchern blättert, mag darüber staunen, wie schick man noch in den 1960er Jahren auf den Bolzplatz gegangen ist: Oft bis an die Seitenlinie gedrängt schauten fast alle Fußballfans in Anzug und Krawatte zu: Das machen jetzt nur noch die Trainer. Die Versicherer hingegen sind das dezente Schmuckstück an ihrem Hals leid geworden. Einstecktuch? Das war einmal.
In der Finanzbranche verkehrt sich die Welt. Sichtbares Zeichen dafür ist der Abschied vom Schlips. Vor zehn Jahren beschwerte sich die Führung der Deutschen Bank, dass es beim Casual Friday inzwischen doch zu weit ging. Heute tritt der aktuelle Allianz-Industriechef Christopher Lohmann auf einer Kundenveranstaltung mit Dreitagebart, mit Karohemd und ohne Krawatte auf.
Dass die Krawatte als Zeichen der Seriosität ausgedient hat, ist eine späte Reaktion auf die vielen Finanzskandale. Wo Ungelernte sich nur einen Schlips umzubinden brauchen, um Finanzprodukte zu verticken, verzichtet der Fachmann lieber drauf. Vorreiter waren die Fairsicherungsmakler, die schon in den 1980er Jahren Versicherungen ohne Schlips und Kragen vermittelt haben. MLPler haben es ihnen nachgemacht, und jetzt auch die Chefs der Versicherungsbranche.
Jeder möchte ein bisschen Steve Jobs sein, locker, nahbar und smart. Ob wir da nicht von einem Etikettenschwindel zum nächsten wandeln, sei einmal dahingestellt. Im Norden bleibt man konsequenter Weise beim Schlips, nicht nur wegen des rauen Wetters.
Seien wir ehrlich: Wie viele Krawattenträger zeigen bei der Auswahl des modischen Accessoires an ihrem Kragen wirklich das nötige Gespür? Dann lieber oben ohne. Da ist man auf der sicheren Seite. (ba)
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Schlips
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