Politik & Regulierung

Ärzte nur für Behandlung bezahlen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mehrere Krankenkassen sollen Ärzte mittels Honorarverträgen dazu angestiftet haben, ihre Patienten per Diagnose kränker erscheinen zu lassen. Das müsste durch eine veränderte Mittelverteilung grundlegend korrigiert werden, fordert die Freie Ärzteschaft (FÄ).
"Mit dem sogenannten morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) habe der Gesetzgeber einen eklatanten Systemfehler in das Gesundheitswesen eingebaut", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich. Wenn Gelder aus dem Gesundheitsfonds anhand von Diagnosen an die gesetzlichen Krankenkassen verteilt werden, schaffe das Fehlanreize und baue Druck auf. Diesen würden die Kassen an Ärzte und Patienten weitergeben. Ärzte würden aufgefordert, gewinnbringende Diagnosen zu dokumentieren. "Wer das als Arzt nicht mitmacht", erläutert Dietrich, "setzt sich der Gefahr von Arzneimittelregressen aus, da sich nach dem Gesetz die Höhe der Verordnungskosten an den vom Arzt bestimmten Diagnosen orientiert. Die Ärzte werden mit den Umkodierungen von Diagnosen schlichtweg erpresst." Dietrich betont: "Die Probleme mit dem Gesundheitsfonds und dem Risikostrukturausgleich sind unseren Gesundheitspolitikern seit Jahren bekannt".
Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, trage für deren Ausgestaltung maßgeblich Mitverantwortung. Die Gesundheitspolitik sei jetzt in der Pflicht, ihre Konstruktionsfehler zu korrigieren. Die Freie Ärzteschaft fordert die Abschaffung des Morbi-RSA und eine Honorierung der tatsächlichen ärztlichen Tätigkeit und nicht für Diagnosecodes. Das funktioniere bei der transparenten Abrechnung mit selbst zahlenden Patienten und privat Versicherten reibungslos. (vwh/wo)
Bild: Die Freie Ärzteschaft kritisiert den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich. (Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de)
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