Schlaglicht

Gezielte Manipulationen der GKV?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben wohl betrogen. Es besteht der Verdacht, dass die Kassen den Gesundheitsfonds um Einnahmen erleichtert haben. In diesen Fonds fließen die Beiträge der Versicherten und werden dann mittels eines komplizierten Schlüssels fair an die Krankenkassen verteilt. So zumindest die Theorie.
Mehrere Krankenkassen würden Ärzte mittels Honorarverträgen dazu anstiften, dass diese ihre Patienten per Diagnose kränker erscheinen lassen, als sie wirklich sind, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) meldet. Haben die Versicherer mehr (schwer) kranke Mitglieder, fallen die Beträge aus dem Fonds höher aus. Gegen die größte deutsche Krankenkasse, die Techniker, ist bereits die erste Strafanzeige eingegangen – die Staatsanwaltschaft Hamburg prüft die Vorwürfe.
Bereits am Wochenende hatte der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, in einem Interview eingestanden, dass seine eigene und auch andere Kassen sich mittels Manipulationen am Gesundheitsfonds und damit an den zahlenden Versicherten bereichert haben. In diesem Interview kam ebenfalls der Vorwurf auf, einige "Ärztevereinigungen" würden sich an dem Betrug beteiligen.
Der SZ liegt ein Vertrag vor, der die Vorwürfe bekräftigen soll. Die Kassenärztlichen Vereinigungen weist die Vorwürfe zurück. Noch ist nicht klar, wie hoch die entstandenen Schäden sind.
Die stillen Nutznießer dürften die privaten Krankenversicherungen sein, denn von deren kräftigen Beitragserhöhungen spricht momentan niemand mehr. (vwh/mv)
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