Schlaglicht

Schäden durch Matthew geringer als erwartet

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Für US-Versicherer ist "Matthew" der erste wirklich große Hurrikan-Schaden seit Jahren. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister CoreLogic beziffert die versicherten Schäden an amerikanischen Wohn- und Gewerbegebäuden auf etwa vier bis sechs Mrd. US-Dollar (3,6 bis 5,4 Mrd Euro). Die Schadensumme fällt damit deutlich geringer aus als bei den Stürmen "Katrina" und "Sandy".
So hatte Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005 den Angaben zufolge versicherte Gebäudeschäden von 35 bis 40 Mrd. Dollar angerichtet. Hurrikan "Sandy" kostete die Versicherungsbranche im Jahr 2012 in diesem Bereich etwa 15 bis 20 Mrd. Dollar.
Während die Kosten für die weltweiten Katastrophen im ersten Halbjahr dieses Jahres über dem mehrjährigen Durchschnitt liegen, sacken die Preise für Rückversicherung zunehmend in den Keller. Daran wird auch "Matthew" nichts ändern. "Wir können nicht voraussagen, wann es den nächsten Hurrikan oder Tornado gibt, oder wann das nächste Erdbeben kommt. Aber wir haben statistische Anhaltspunkte, wie oft gewisse Schadenfälle in der Vergangenheit aufgetreten sind. Dies hilft uns wiederum, unser Geschäft preislich so zu berechnen, dass wir dann auch Geld zur Verfügung haben, wenn etwas passiert, selbst wenn mehrere Großschäden zur gleichen Zeit stattfinden sollten. Wenn die Erderwärmung so weitergehen sollte, wie im Moment erwartet, wird es die Gefahr von Naturkatastrophen, vor allem in Schwellenländern, noch vergrößern", sagt Jean-Jacques Henchoz, Vorstandschef Reinsurance EMEA der Swiss Re.
"Matthew" richtete an der Südostküste der USA schwere Schäden an, die befürchtete ganz schwere Katastrophe blieb aber aus. Mindestens zehn Menschen starben, wie der Sender CNN berichtete. US-Präsident Barack Obama verhängte den Notstand für Florida und South Carolina, damit können leichter Mittel aus Washington in die betroffenen Staaten fließen. Rund 4.500 Nationalgardisten standen bereit, um in den besonders hart getroffenen Gebieten Hilfe zu leisten.
Auch wenn der Hurrikan mittlerweile an Kraft verloren hat, wird er als einer der stärksten je gemessenen in die Geschichtsbücher eingehen. Auf seinem Weg gen Norden hatte der Hurrikan, zu damaligen Zeitpunkt mit der zweithöchsten Kategorie 4, besonders auf der Insel Hispaniola gewütet und vor allem das bitterarme Haiti getroffen. Die dortige Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Zuvor hatte der Zivilschutz mitgeteilt, in dem schweren Wirbelsturm seien 336 Menschen ums Leben gekommen. Das Auswärtige Amt in Berlin gab 600.000 Euro als Soforthilfe frei.
Nach Berechnungen des National Hurricane Centers (NHC) wird "Matthew" in den kommenden Tagen wieder zurück aufs Meer ziehen und dabei weiter an Stärke verlieren. Derzeit bewegt er sich mit einer Geschwindigkeit von 27 Kilometern in der Stunde nordostwärts die Küste entlang, soll aber in der Nacht auf Montag nach Osten in Richtung Atlantik abdrehen. (vwh/dg)
Bild: Zerstörte Straßen an der Küste Floridas (Quelle: dpa)
Auch interessant
Zurück
29.10.2018VWheute
Verbrau­cher­schützer warnen vor Rest­schuld­ver­si­che­rungen Restschuldversicherungen gehören derzeit nicht gerade zu den Lieblingen der …
Verbrau­cher­schützer warnen vor Rest­schuld­ver­si­che­rungen
Restschuldversicherungen gehören derzeit nicht gerade zu den Lieblingen der Verbraucherschützer. Ein zentraler Vorwurf: Bei entsprechenden Policen handele es sich um überteuerte Produkte mit einem lückenhaften …
02.08.2018VWheute
Warum kaum ein Land­wirt gegen Dürre versi­chert ist Deutschlands Landwirte verlieren aufgrund der Hitze etwa 5 Millionen Tonnen Getreide. Der …
Warum kaum ein Land­wirt gegen Dürre versi­chert ist
Deutschlands Landwirte verlieren aufgrund der Hitze etwa 5 Millionen Tonnen Getreide. Der Bauernverband schätzt Dürre-Schäden auf "Mehrfaches" von einer Milliarde und fordert Unterstützung vom Bund. Ökonomen halten davon nichts…
19.04.2017VWheute
Renten­an­pas­sungen auf lange Sicht geringer als Löhne Die Renten können bis 2030 im Schnitt um jährlich zwei Prozent steigen. Davon geht die …
Renten­an­pas­sungen auf lange Sicht geringer als Löhne
Die Renten können bis 2030 im Schnitt um jährlich zwei Prozent steigen. Davon geht die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung-Bund, Gundula Roßbach, aus. Nach ihren Angaben profitierten die Rentner "von einem derzeit …
11.01.2017VWheute
Hurri­kane Matthew: Teurer als bisher ange­nommen Auf 803 Mio. US-Dollar erhöht das Florida Office of Insurance Regulation (FOIR) seine Schätzung der …
Hurri­kane Matthew: Teurer als bisher ange­nommen
Auf 803 Mio. US-Dollar erhöht das Florida Office of Insurance Regulation (FOIR) seine Schätzung der versicherten Schäden, die Hurrikane Matthew im September verursachte - eine Steigerung von zehn Prozent!
Weiter