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Disease Management schreit nach Telemedizin

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Telemedizin wird in Deutschland über ein paar kleinere Versuchsprojekte hinaus nach wie vor nicht praktiziert. "Dabei schreien Disease Management Programme geradezu nach Telemedizin", sagte Rainer Beckers, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Telemedizin des ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH Bochum, auf der Fachkreistagung "Krankenversicherung" der Vereinigung der Versicherungs-Betriebswirte.
Unter Telemedizin versteht Beckers Diagnostik, Therapie und Prävention über die Distanz mit modernen Information und Kommunikationstechnologie – also deutlich mehr als nur die elektronische Gesundheitskarte oder der elektronische Arztbrief. Wichtig sei, dass die Fernmedizin Eingang in die weiterhin in der Erneuerung befindliche Gebührenordnung der Ärzte finde. Das E-Health-Gesetz sei nur für die teleradiologische Befundübermittlung sowie die Videosprechstunde eingeführt worden. In diesen beiden Bereichen könnte sie sich aber auch gut ohne Gesetzesvorgaben durchsetzen.
Telemedizin führe zu mehr Patientenorientierung, weil sie Medizin mobil mache. Der Patient könne dort behandelt werden, wo er sich aufhalte. Das sei sinnvoll bei einer alternden Bevölkerung im Hinblick auf Pflege oder auch die Versorgungslage auf dem Land. Würden chronisch Kranke telemedizinisch begleitet und ihr Therapieverlauf kontrolliert, könne der Behandler in Krisensituationen früher eingreifen. Auch ließen sich teils Chronifizierungen vermeiden. Er führte als Beispiel die Lungenhochdruck-Messung bei Herzinsuffizienz an. Dieses Verfahren habe bisher als einziges durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Mediziner und Krankenkassen, eine Potenzialbescheinigung erhalten. Dabei zeige die US-Studie Champion aus dem Jahr 2011, dass das regelmäßige Monitoring der Betroffenen deren relatives Sterblichkeitsrisiko um 57 Prozent und die Wahrscheinlichkeit für Hospitalisierung innerhalb von 15 Monate um 37 Prozent gesenkt habe. (lie)
Bild: Rainer Beckers, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Telemedizin des ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH Bochum (Quelle: lie)
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