Schlaglicht

Älter, kränker, teurer

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der jährliche Schock ist zur Routine geworden. Laut Map-Report steigen die PKV-Beiträge jährlich um 3,6 Prozent. In diesem November wird es besonders happig. Rund zwei Drittel der neun Millionen PKV-Kunden müssen mit zweistelligen Steigerungen rechnen. Debeka als größter Anbieter erklärt: "Infolge des medizinischen Fortschritts wird es immer wieder zu Beitragserhöhungen kommen." Dabei soll durch die Technik doch alles effizienter und günstiger werden. Was denn nun?
In den letzten 160 Jahren nahm die Lebenserwartung jedes Jahr um durchschnittlich drei Monate zu. Neben der gesünderen Lebensweise oder verbesserten hygienischen Verhältnissen ist diese Entwicklung auch dem medizinischen Fortschritt zuzuschreiben. Dieser hat seinen Preis.
Medikamente sind teurer als jemals zuvor. Die Herstellung von Biopharmazeutika ist aufwändig. Die abnehmende Zahl von Beitragszahlern kann nur zu einem kleinen Teil durch Produktivitätsfortschritt aufgefangen werden. Das betrifft auch die gesetzlichen Krankenkassen, eine Rationierung in der GKV ist kaum zu vermeiden.
Gesetzliche Gegenmaßnahmen sind im Gespräch, aber auch die Abschaffung der PKV, wie in jedem Wahljahr (siehe POLITICS).
Wenn an der Kostenschraube nichts zu drehen ist, dann sollen zumindest digitale Geschäftsmodelle neue Kunden generieren, Möglichkeiten gibt es zuhauf (siehe DOSSIER). (dg)
Bildquelle: Allianz Deutschland
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