Märkte & Vertrieb

Weniger Pleiten, mehr Schäden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Firmeninsolvenzen in Deutschland sind rückläufig: Im 1. Halbjahr 2016 verringerte sich die Zahl der Pleiten im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent auf 11.035 Fälle. Im gesamten Jahr erwartet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel bis zu 22.000 Unternehmensinsolvenzen. Allerdings steigt die Zahl der Insolvenzschäden stark an.
Ursächlich für den erneuten Rückgang der Firmenpleiten sind die gute konjunkturelle Lage in Deutschland, günstige Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und die guten Infrastruktur sowie die Qualifikation der Arbeitskräfte. In den letzten Jahren konnten auch viele Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Lage ihr Eigenkapital erhöhen.
"2017 gehen wir von stagnierenden Firmeninsolvenzzahlen aus", sagt Klaus-Jürgen Baum, Geschäftsführer bei Bürgel. Er begründet die Prognose auch mit dem drastischen Anstieg der Insolvenzschäden. "Im 1. Halbjahr lagen die durch Insolvenzen verursachten Schäden bei circa 16,5 Mrd. Euro und damit rund doppelt so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Steigende Schäden bei gleichzeitig sinkenden Zahlen sind ein Indikator für das Auftreten von Insolvenzen großer Unternehmen." Ein solches Szenario würde die Gefahr von Anschlussinsolvenzen erhöhen und könnte Dominoeffekten zur Folge haben. Im Durchschnitt betrug der Schaden pro Firmeninsolvenz im Jahresverlauf knapp 1,5 Mio. Euro pro Firmeninsolvenz. (vwh/mv)
Bild: Klaus-Jürgenn Baum, Quelle: Bürgel.
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