Märkte & Vertrieb

Blick auf die Börse: Billiges Geld treibt Dax zum Jahreshoch

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der unveränderte US-Zins ließ den Dax vergangene Woche um 3,5 Prozent steigen. Das alte Jahreshoch ist nur noch 150 Punkte entfernt. Wichtige Konjunkturdaten sowie die Opec könnten für einen goldenen Herbst sorgen. Ebenso strategische Unternehmensentscheidungen: Die Deutsche Börse wartet auf ein Signal für die Fusion mit LSE und die Lufthansa entscheidet über den Einstieg bei Air Berlin. Die Wall Street dagegen wird heute genau hinhören, wenn Donald Trump und Hillary Clinton zum ersten TV-Duell antreten.
"Nachdem die Notenbanken die Börsen zuletzt nach oben getrieben hatten, wäre eine Bestätigung durch überzeugende Makrodaten wichtig", erklärt Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Viel Hoffnung macht er Anlegern dabei aber nicht: "Wir gehen bei den anstehenden Stimmungsindikatoren für Europa und USA insgesamt von einem überwiegend gedämpften Niveau aus."
Ob sich erste Anzeichen zu einer Eintrübung der Konjunktur verdichten, werden in den USA vor allem der Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex und das Verbrauchervertrauen am Dienstag, die Auftragseingänge für langlebige Güter am Mittwoch und die Konsumausgaben am Freitag Aufschluss geben. Für Kursbewegungen könnte auch das heutige Treffen der Opec-Länder sorgen. Vor allem ist die ganze US-Nation auf das erste TV-Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton gespannt. Bislang haben die US-Börsen auf den Wahlkampf nicht wirklich reagiert.
In Deutschland steht heute der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mittelpunkt. Die Mehrzahl der von Reuters befragten Experten rechnet nach dem Absturz im August in Folge des Brexit-Votums nur mit einer moderaten Stimmungsaufhellung. Am Mittwoch folgt das GfK-Konsumklima, am Donnerstag neue Daten zur Entwicklung am Arbeitsmarkt und zu den Preissteigerungen im September.
Auf Unternehmensseite wird am Mittwoch in der Chefetage der Deutschen Börse mit Spannung gen Brüssel geschaut. Die EU-Kommission könnte dann erstmals durchblicken lassen, wie sie die Fusion mit der britischen LSE bewertet. Im Autosektor könnten frische Impulse von der Mitte der Woche startenden Pariser Autoshow kommen. Dort steht das Thema Elektromobilität im Zentrum.
Auch wenn die Nervosität an den Börsen zuletzt deutlich abgenommen hat, warnen Experten vor übertriebenem Optimismus: "Anleger sollten angesichts der Risiken – trotz der jüngsten Erholung der Aktienmärkte – vorsichtig sein. Das gilt vor allem für die USA, aber auch für Europa", sagt Robert Greil. "Insgesamt halten sich die fundamentalen Argumente für Aktien in engen Grenzen", kommentiert Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank. "Unter normalen Bedingungen wäre eine gesunde Skepsis der Anleger dem Aktienmarkt gegenüber auch mit Blick auf geopolitische Gefahrenherde grundsätzlich angebracht", so der Fachmann. (vwh/dg)
Bildquelle: Lupo / pixelio.de
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