Märkte & Vertrieb

Suche nach alternativen Produkten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Vor zwei Jahren hatte ich eine Rollenverteilung wie heute noch nicht für möglich gehalten", stellte ein Teilnehmer des diesjährigen Pressegesprächs des VDVM fest. Grund dafür war die lebhafte Diskussion, die sich nach dem Referat von Vorstandsmitglied Oliver Fellmann über "Fakten und Mythen" bei der Lebensversicherung entspann.
Fellmann skizzierte darin die aktuelle Situation der Lebensversicherung, die gekennzeichnet ist von sinkendem Neugeschäft, einem Minus von neun Prozent bei den Einmalbeiträgen und einem Rückgang um 3,2 Prozent bei den laufenden Beiträgen. Wachstum gibt es lediglich bei den fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen, die gut ein Viertel zum Neugeschäft beitragen. Nicht besser sieht es bei den geförderten Produkten aus. Hier ging das Neugeschäft der Riesterrenten um 10,7 Prozent zurück, bei den Basisrenten gab es einen Rückgang um 3,7 Prozent.
Die Niedrigzinsphase ist aus Sicht des VDVM wohl eher eine Epoche als eine Phase – dazu tragen nicht nur die EZB-Politik, sondern auch weitere Faktoren wie der sinkende Produktivitätsfortschritt bei gleichzeitigem Anstieg des Sparvermögens national und international bei.
Aus Sicht des Maklerverbands, der bei den Aufnahmegesprächen für neue Mitglieder Wert darauf legt, dass der Maklerbetrieb in etwa die VDVM-übliche Quote von 80 Prozent Industrie- und Sachversicherungsgeschäft und möglichst nicht mehr als 20 Prozent Lebensversicherungen einhält. Die Antwort könne nur sein, sich vor allem auf die Absicherung biometrischer Risiken zu konzentrieren. Wenn ein Kunde zusätzlich private Altersvorsorge betreiben will, empfehlen ihm die VDVM-Makler eher "gemäßigte Alternativprodukte", dazu gehören Bankprodukte und vor allem Immobilien. Die fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen sehen sie dagegen eher skeptisch – "die neuen klassischen Angebote lohnen sich in der Regel nicht", stellte Fellmann fest.
In dieser Absolutheit waren das für die meisten der anwesenden Journalisten neue Töne, und so ergab sich die Situation, dass die Pressevertreter die Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge verteidigten, während die Makler sie zwar grundsätzlich auch sehen, aber die aktuellen Versicherungsangebote für eher ungeeignet dafür halten. Dabei verweisen sie auf ihre Erfahrungen in der Beratung von Kunden, denen sie immer wieder erklären müssen, warum die Erträge und damit die prognostizierten Abläufe schon wieder gesunken sind. Klar sei: Eine klassische Lebensversicherung jemandem zu vermitteln, der älter als 55 oder 50 Jahre alt ist, sei "nicht mehr State of the Art." "Die Lebensversicherung geht schweren Zeiten entgegen", resümierte VDVM-Geschäftsführer Hans-Georg Jenssen. (sgk)
Bild: VDVM-Vorstandsmitglied Oliver Fellmann (Quelle: M.A.R.K.)
Lebensversicherung · VDVM
Auch interessant
Zurück
01.10.2018VWheute
Apps: Versi­cherer auf der Suche nach dem wirk­li­chen Mehr­wert Die digitale Transformation ist unter Versicherern und Krankenkassen in vollem Gange…
Apps: Versi­cherer auf der Suche nach dem wirk­li­chen Mehr­wert
Die digitale Transformation ist unter Versicherern und Krankenkassen in vollem Gange, doch der Nachholbedarf groß. Das belegt eine Analyse des App-Spezialisten Neofonie Mobile. Hierzu hat die Berliner Agentur 217 …
19.09.2018VWheute
"Viele Makler kehren von der Abschluss­pro­vi­sion ab" Zunehmende Regulierung, Insurtechs als Konkurrenz und die schwierige Suche nach einem Nachfolge…
"Viele Makler kehren von der Abschluss­pro­vi­sion ab"
Zunehmende Regulierung, Insurtechs als Konkurrenz und die schwierige Suche nach einem Nachfolger. Dieses Problemtrio macht den Vermittlern derzeit ziemlich zu schaffen. Und dennoch: "Dass es heute schwerer ist, einen Bestand …
10.09.2018VWheute
"Wir konnten stei­gende Preise durch­setzen" Trotz einer hohen Schadenbelastung durch Naturkatastrophen konnten die Rückversicherer bislang kaum …
"Wir konnten stei­gende Preise durch­setzen"
Trotz einer hohen Schadenbelastung durch Naturkatastrophen konnten die Rückversicherer bislang kaum Preisanpassungen durchsetzen. Eine Ausnahme scheint hingegen die Hannover Rück zu sein. So konnte der Rückversicherer "im laufenden …
29.08.2018VWheute
Insur­tech: Deut­sche Versi­cherer auf der Suche nach digi­taler Nach­hilfe Die vom Bundeswirtschaftsministerium finanziell unterstützte Digital Hub …
Insur­tech: Deut­sche Versi­cherer auf der Suche nach digi­taler Nach­hilfe
Die vom Bundeswirtschaftsministerium finanziell unterstützte Digital Hub Initiative DE HUB trägt auch in der Versicherungswirtschaft Früchte. Durch den unternehmens- und projektübergreifenden …
Weiter