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Vom Regen weggespült

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ihr gemeinsames Forschungsprojekt "Starkregen" stellten der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) gestern am Rande der diesjährigen Naturgefahrenkonferenz der deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin vor. Starkregen war aus aktuellem Anlass zentrales Thema der Konferenz.
Zwar werden endgültige Ergebnisse des Starkregenprojekts erst Mitte 2018 erwartet, doch zeichnet sich laut GDV-Präsident Alexander Erdland und DWD-Vizepräsident Paul Becker bereits ab, dass Extremereignisse auf dem Vormarsch sind und es praktisch keine schadenfreien Zonen in Deutschland gibt. Nach Abschluss der Datenerhebung und -auswertung wird es unter anderem möglich sein, einen Starkregen-Schadenatlas zu erstellen, aus dem sich – ähnlich wie bei ZÜRS für Überschwemmungsgebiete – besonders vom Starkregen gefährdete Gebiete herauskristallisieren werden. Dadurch wird sich die Kalkulation für Elementarschaden-Policen weiter differenzieren können, hofft Erdland.
Starkregen ist für Hausbesitzer und für Versicherer ein ernstes Problem. Innerhalb von zwei Wochen verursachten schwere Unwetter im Frühsommer dieses Jahres in mehreren Bundesländern Schäden in Höhe von insgesamt 1,2 Mrd. Euro. Im gesamten Jahr 2015 waren es knapp zwei Mrd. Euro für Sturm, Hagel und Starkregen. Das Phänomen Starkregen ist noch wenig erforscht, doch ist es laut Becker grob gesagt darauf zurückzuführen, dass vermehrt warme Luft nach Deutschland strömt, die sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen kann, die dann oft über mehrere Tage hinweg abregnet, ohne dass das Regengebiet weiterzieht.
Bei den Hausbesitzern ist das Problem offenbar noch nicht angekommen. Laut einer Umfrage des Marktforschers GfK im Auftrage des GDV unterschätzen sie entweder die Gefahr durch Elementarschäden (66 Prozent) oder sie fühlen sich versichert (93 Prozent), obwohl das gerade bei den vielen Altverträgen meist nicht der Fall ist. Zwar sind inzwischen bundesweit 37 Prozent der Wohngebäude entsprechend geschützt (2002 waren es nur 19 Prozent), doch elf Millionen sind es nach wie vor nicht. "Und das, obwohl bis auf weniger als ein Prozent alle Häuser problemlos und preiswert versicherbar sind", bemängelt Erdland. (epo)
Bild: GDV-Präsident Alexander Erdland bei der Vorstellung des neuen Starkregenprojekts mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) (Quelle: epo)
GDV · Naturgefahren
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