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Öffentliche Stoßdämpfer für Autobranche

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Staatliche Unterstützungsprogramnme in Form von Subventionen, Steuersenkungen und Marktanreizen sind maßgebliche Treiber der globalen Automobilindustrie. Hinzu kommen auch Zukunftstrends der Branche, insbesondere die Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Euler Hermes. Vor allem die USA, Großbritannien, China und Spanien stützen demnach die Verkaufszahlen der heimischen Autobauer mit staatlichen Programmen.
"Die öffentliche Ankurbelung der Automobilverkäufe ist Fluch und Segen zugleich", konstatiert Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. "So lange die Förderprogramme in Kraft sind, profitieren die Autobauer von den Maßnahmen - fallen sie allerdings weg, sehen sie sich zumindest kurzfristig mit einem Einbruch der Absatzzahlen konfrontiert, wie beispielsweise in Japan mit Erhöhung der Mehrwertsteuer. Auch Spanien steht nach Ende der dortigen Abwrackprämie zum Jahresende für 2017 eine ähnliche Entwicklung ins Haus. Nach einem erwarteten Elf-Prozent-Plus bei den verkauften Autos im laufenden Jahr rechnen wir 2017 stattdessen mit einem Rückgang um zehn Prozent", ergänzt der Volkswirt.
Vor allem in China prägen öffentliche Anreize und Entscheidungen den Automobilmarkt, stellt der Kreditversicherer in seiner Studie fest. So halbierte die chinesische Regierung die Steuer auf Abgasemissionen für Einstiegs- und Mittelklassewagen von zehn auf. Die Folge war ein Wachstum bei den Absatzzahlen in China von voraussichtlich acht Prozent auf 23 Millionen verkaufte Fahrzeuge, so Euler Hermes.
Für deutsche Autokonzerne gilt der chinesische Wachstumsmarkt somit weiterhin als globale Lokomotive des globalen Wachstums, betont Euler Hermes. Somit ist der chinesische Markt (acht Prozent) nach den USA (15 Prozent) und Großbritannien (13 Prozent) der drittwichtigste Exportmarkt. Insgesamt 80 Prozent der 5,8 Millionen in Deutschland produzierten Fahrzeuge gehen ins Ausland.
"Die deutschen Autobauer sind vor allem in den Ballungszentren und bei Mittel- und Oberklassefahrzeugen sehr gut positioniert", ergänzt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Im Einstiegssegment, das derzeit überproportional wächst, dominieren hingegen einheimische Marken. Trotzdem ist der Markt weiterhin im globalen Vergleich eine Lokomotive des Wachstums und deutsche Konzerne profitieren weiterhin davon", betont an het Hof.
Sorgen machen ihm im Reich der Mitte "nur die langen Zahlungsziele und die steigenden Insolvenzen. Wir erwarten 2016 insgesamt rund 20 Prozent mehr Pleiten im Reich der Mitte und die Zahlungsmoral hat sich in den letzten Jahren im ganzen Land erheblich verschlechtert. Traditionell bezahlen Unternehmen in der Automobilindustrie besonders spät", betont der Deutschlandchef von Euler Hermes. (vwh/td)
Bildquelle: dg
Euler Hermes · Kreditversicherer · Automobilindustrie
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