Schlaglicht

"Dynamithandel" mit Cyberpolicen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Cyberpolicen gehören derzeit zu den gefragtesten Versicherungspolicen auf dem Markt. Die Versicherer selbst wollen zwar vom steigenden Bedarf an Cybersicherheit profitieren. Bei den Kunden selbst stoßen die Angebote hingegen nicht auf uneingeschränkte Nachfrage, berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Vor allem Mittelständler kritisieren die hohen Prämien der Policen.
Daneben kritisieren Experten laut Bericht auch Deckungslücken, berichtet das Blatt weiter. Demnach zahlen die Versicherer im Rahmen der heutigen Policen nicht bei Patent- und Urheberrechtsverletzungen aufgrund von gestohlenen Geschäftsgeheimnissen. Andere Bausteine in den Policen doppeln sich hingegen mit bestehenden Versicherungen, berichtet die SZ.
"Für die Großindustrie sind die angebotenen Kapazitäten zu gering", wird Bodo Herold vom Berater Heroldconsult. Dies bedeute: Die Deckungssummen der Versicherer seien angesichts des Schadenpotenzials zu klein. Noch schärfer lautet die Kritik von Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter SV Sparkassenversicherung und Präsident des Verbands öffentlicher Versicherer: "Das ist wie Dynamithandel".
Derzeit beläuft sich das Prämienvolumen der Cyberpolicen nach Expertenschätzung auf rund 2,5 Mrd. Dollar, berichtet die Zeitung weiter. Interessiert seien vor allem Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, die viele sensible Kundendaten verwalten und gerade in den USA sehr häufig angegriffen werden. Auf Deutschland entfällt davon hingegen laut SZ ein Bruchteil. So schätzt der Essener Versicherungsmakler Sven Erichsen schätzt die Beitragseinnahmen in der Bundesrepublik derzeit auf 20 bis 30 Mio. Euro. (vwh/td)
Bildquelle: flown / pixelio.de
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