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Versichern in Zeiten der German Angst

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach den Anschlägen in Brüssel und Nizza waren zuletzt Würzburg und Ansbach Zielscheibe des Terrorismus. Neben der erhöhten Gefahr wandelt sich die Qualität der Terroranschläge: "In der Vergangenheit war es den Terroristen wichtig, große Sachschäden zu verursachen. Jetzt wollen sie mit einem Anschlag möglichst viele Menschen töten, die sie 'Ungläubige' nennen", weiß Ina Straub, Expertin bei Aon für Terrorrisiken.
Ein Menschenleben ist nicht zu ersetzen. Trotzdem ist es wichtig, dass sich der Versicherungsmarkt auf die steigende Bedrohung und die entsprechende Absicherung seiner Kunden einstellt. Für Ballungszentren, Hauptstädte und internationale Finanzzentren besteht ein erhöhtes Risiko. Dort kann es vorkommen, dass Unternehmen nur schwer oder zu deutlich höheren Preisen Versicherungsschutz erhalten. "Das Kumulrisiko in diesen Gebieten ist hoch", schreibt die Expertin für Terrorrisiken beim Versicherungsmakler Aon Risk Solutions in der Versicherungswirtschaft. "Ein Schaden würde die Versicherungsbranche als Ganzes und einzelne Versicherer, die bei der Absicherung von Terrorrisiken besonders engagiert sind, hart treffen." Einzelne Versicherer seien in ihrer zur Verfügung gestellten Kapazität mitunter eingeschränkt. Der benötigte Versicherungsschutz müsse daher frühzeitig eingekauft werden.
Ein Unternehmen kann nicht nur sein Terrorrisiko versichern. Auch Revolutionen, Aufruhr, Meuterei, Streik, Aufstände, innere Unruhen oder gar Krieg oder Bürgerkrieg können Gegenstand der Police werden. Gedeckt sind hierbei Sachsubstanz- und Betriebsunterbrechungsschäden. Da sich die Lage mit jedem neuen Terrorakt verändert, werden die Versicherungsbedingungen und -Preise laufen aktualisiert. Hieraus resultiert beispielsweise die Absicherung gegen Folgen eines Amoklaufs und reine Betriebsunterbrechungsschäden aufgrund von Bombendrohungen und Zugangsbeschränkungen.
Besonders nachgefragt sei die Absicherung der finanziellen Folgen von Terroranschlägen. Wie Ina Straub weiß, schauen Versicherer hier genau hin. Es spiele eine Rolle, "in welcher Branche das jeweilige Unternehmen arbeitet, wie es seine Geschäfte tätigt und ob es Präventivmaßnahmen zur Risikominderung ergriffen hat. Eine gute Risikoanalyse und ein ebenso gutes Risikomanagement helfen den Unternehmen dabei, die Folgen eines Anschlags so gering wie möglich zu halten und ihre Kosten für eine Versicherungslösung einzudämmen – in Deutschland und in ausländischen Tochtergesellschaften." Wie lange und unter welchen Bedingungen die Firmen Versicherungsschutz zu adäquaten Preisen erhalten, hängt von der Entwicklung der politischen Lage ab. (vwh/jh)
Bild: Die Gefahr von Terror in Deutschland ist gewachsen. (Quelle: Torsten Rempt / pixelio.de)
Lesen Sie den vollständigen Beitrag "German Angst", in der Versicherungswirtschaft 09/2016, (zum Einzelbeitrag)
Aon · Terrorversicherung · Terrordeckung
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