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Fusionsfieber: Société Générale erhöht Beteiligung an Generali

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die bei verschiedenen Projekten mit der Axa eng kooperierende Société Générale hat ihre Anteile an der Generali auf 4,2 Prozent erhöht. Damit positionieren sich die Franzosen beim italienischen Versicherungsriesen auf Platz zwei im Ranking der stärksten Aktionäre hinter der Mailänder Investmentbank Mediobanca, die ein 13,2-prozentiges Aktienpaket hält. Als Drahtzieher der Operation vermuten Analysten die französische Business-Legende Vincent Bolloré.
Seine Absicht sei, so wird seit August spekuliert, Generali mit der französischen Axa zu fusionieren, berichtete VWheute. Derzeit halten italienische Aktionäre 60 Prozent und ausländische Eigentümer 39 Prozent des Generali-Kapitals. Die Marktkapitalisierung von Generali beträgt 18 Mrd. Euro, der Marktwert von Axa 47 Mrd. Euro. Für eine Fusion spricht Brancheninsidern zufolge, dass ein Schulterschluss beiden Versicherern helfen könnte, ihre Aufwandsquote zu reduzieren. Laut Philipp Fertig von Hauck & Aufhäuser macht die Akquisition keinen Sinn. Axa wolle in Asien wachsen, Generali sei hingegen stark in Italien, Frankreich und Deutschland. Genau von dieser Stärke könnte die Axa vor allem im Industrieversicherungsgeschäft profitieren, sagt Georg Bräuchle, Geschäftsführer und Chief Market Officer von Marsh Deutschland.
Die politischen Hürden für einen solchen Coup sind in Italien ohnehin ziemlich hoch. So müsste etwa die italienische Zentralbank unter ihrem Präsidenten Ignazio Visco Anteilseigner Vincent Bolloré eine Beteiligung an Mediobanca genehmigen. Gestützt werden die Spekulationen durch die Tatsache, dass seit März Philippe Donnet, einstiger Axa-Manager und enger Freund von Bolloré, dem Versicherer in Triest als Chef vorsteht.
Italiens Regierung hat erst kürzlich Bolloré davor gewarnt, seine Expansionspolitik in Italien (Telecom Italia, Mediaset, Mediobanca) auf den strategisch wichtigen Versicherungsprimus auszuweiten. Der Ausverkauf eines weiteren italienischen Kronjuwels ins Ausland ist alles andere als willkommen. Schon vor einem Jahr wurde die chronisch klamme Fluglinie Alitalia von der arabischen Etihad übernommen und sogar der AC Mailand kickt seit der angelaufenen Saison für einen chinesischen Großfinanzier. Harte Schläge für die Psyche der italienischen Wähler. Im Oktober stimmen sie über Mateo Renzis Verfassungsreform ab.
Wie VWheute berichtete, muss Generali zudem gemeinsam mit Italiens größter Bank Uni Credit den Bluechip-Index Euro Stoxx 50 verlassen. Das habe direkte Auswirkungen auf das operative Geschäft und die Fremdkapitalaufnahme des Versicherers aus Triest, urteilen Analysten. (vwh/dg)
Bild: Bild: Head Office Generali Italien (Quelle: Generali)
Generali · Société Générale
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