Schlaglicht

"Wir kämpfen für Aufmerksamkeit"

Von Christoph BaltzerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit 14 Jahren verlor Markus Rehm nach einem Sturz mit seinem Wakeboard sein Unterbein. Seine erste Prothese wurde infolge seines Unfalls von einem Unfallversicherer finanziert. Heute gehört der 28-Jährige zu den Stars des deutschen Paralympics-Teams. Dabei sieht der Weitspringer die Paralympischen Spiele als Chance dafür, dass Handicaps als Normalität akzeptiert werden.
VWheute: Sie wollten eigentlich zu den richtigen Olympischen Spielen mitfahren und nicht zu den Paralympics. Warum haben Sie jetzt doch einen Rückzieher gemacht?
Markus Rehm: Zum einen hat es den Grund, dass es zu knapp war mit der Zeit. Man hätte sich auf einem harten und schnellen Weg mit den Verbänden auseinandersetzen müssen. Das ist nicht der Weg, der zu meinem Ziel führt. Mein Ziel ist es, den paralympischen Sport den Menschen näher zu bringen. Dem wäre es nicht förderlich gewesen, den Klageweg zu gehen.
VWheute: Durch das Startverbot bei den herkömmlichen Olympischen Spielen werden Sie eigentlich ein zweites Mal benachteiligt. Reguläre Olympiateilnehmer bekommen viel mehr Aufmerksamkeit als Sportler der Paralympics.
Markus Rehm: Das stimmt. Das kann ich absolut so unterschreiben.
VWheute: Wäre es nicht besser, die Trennung zwischen Paralympics und Olympischen Spielen aufzuheben?
Markus Rehm: Das würde auch keinen Sinn machen. Die Paralympischen Spiele sind inzwischen auch zu einer schönen Marke gewachsen. Wir vertreten gewisse Botschaften und Werte, die sich von denen der Olympischen Spiele unterscheiden. Deshalb finde ich es wichtig, dass es getrennte Veranstaltungen bleiben. Aber wir kämpfen auch für die Aufmerksamkeit. Auch wir haben tolle Athleten, wir haben Ausnahmeathleten, wir haben ganz tolle Leistungen, die gezeigt werden. Oft stecken ganz spannende Geschichten dahinter, welche die Menschen motivieren und mitreißen.
Das ist das Besondere an den Paralympischen Spielen. Diese Werte sollte man erhalten. Es wäre trotzdem schön, wenn man sich näher kommt. Warum müssen die Olympischen Spiele so komplett beendet werden? Das Feuer geht aus, man verabschiedet sich für die nächsten vier Jahre und dann kommen irgendwann die paralympischen Athleten.
VWheute: Was ist Ihr Ziel für die Paralympics?
Markus Rehm: Ziel ist es, den Titel zu verteidigen. Ziel ist und soll die Goldmedaille sein. Was die Weite anbetrifft, wäre es schön, wenn ich an die Bestleistung heran springen könnte. Ich schaue natürlich, was bei Olympia gesprungen wird. Das ist auch eine Orientierung.
Das vollständige Interview mit Markus Rehm lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Beratermagazins Value.
Die Fragen stellte Value-Chefredakteur Christoph Baltzer.
Bild: Markus Rehm, Weitspringer im deutschen Paralympics-Teams (Quelle: TSV Bayer 04 Leverkusen)
Paralympics · Markus Rehm
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