Schlaglicht

Europas Leitbörse schmeißt schwache Generali raus

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Aufmerksame VWheute-Leser wussten es bereits seit Wochen. Nun ist es offiziell: Der italienische Branchenprimus Generali muss den Bluechip-Index Euro Stoxx 50 verlassen. Das habe direkte Auswirkungen auf das operative Geschäft und die Fremdkapitalaufnahme des Versicherers aus Triest, urteilen Analysten. Auch Italiens größte Bank Unicredit ist nicht mehr im Index der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone gelistet, dafür ein Herzogenauracher Sportkonzern.
Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas, der niederländische Lebensmittel-Einzelhändler Ahold Delhaize sowie der irische Baustoffriesen CRH ersetzen den französischen Handelskonzern Carrefour, die krisengeschüttelten Bank Unicredit sowie Europas drittgrößten Versicherer Generali. Das gab der Indexbetreiber Stoxx, eine Tochter der Deutschen Börse, nach der jährlichen, regulären Überprüfung nach New Yorker Handelsschluss bekannt. Umgesetzt werden die Änderungen zum Montag 19. September.
Für Anleger sind die Auswirkungen nicht zu vernachlässigen, da viele Investoren den Euro Stoxx 50 als Benchmark nutzen. Viele Fonds müssen nun Veränderungen vornehmen, das hat in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse.
Wie VWheute berichtete, war Generalis Rauswurf absehbar. Italienische Blue-Chips fallen in den letzten Jahren insgesamt mit einer relativen Schwäche zur Index-Entwicklung auf. Der prozentuale Anteil Italiens im Euro Stoxx 50 lag im Jahr 2007 noch bei zwölf Prozent, jetzt ist er um die Hälfte geschrumpft.
"Der Ausschluss aus einem Index kann sich über die Reputation auch auf das operative Geschäft auswirken. Dabei gehen wir nicht davon aus, dass dies Folgen in etablierten Stammmärkten von Generali haben sollte“, erklärt Philipp Fertig von Hauck & Aufhäuser gegenüber VWheute.  "Eine direkte Auswirkung auf die Kapitalausstattung ist nicht zu erwarten. Allerdings nutzen Investoren und vor allem Risikomanager die Marktvolatilität zur Beurteilung des mit einem Investment verbundenen Risikos. Das kann zu einer weiter rückläufigen Bewertung des Eigenkapitals führen, was explizit die Bereitschaft des Marktes widerspiegelt, einem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung zu stellen. Davon bleibt die Fremdkapitalfinanzierung des Unternehmens nicht unberührt, was die Aufnahme von Fremdkapital erschweren, bzw. zu höheren Funding-Kosten führen sollte." (dg)
Bild: Windorias / pixelio.de
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