Politik & Regulierung

Bafin erwischt kreative Abschlusskosten-Gestalter

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bei der Begrenzung der Abschlusskostenprovision im Sinne des Lebensversicherungsreformgesetzes wird offenbar geschummelt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht untersuche Fälle von "kreativer Tarifierung", berichtete Kay Schaumlöffel, der bei der Bafin die Abteilung VA 2 (Lebensversicherung, Kapitalanlage) leitet.
Einige Lebensversicherer hätten die indirekten gesetzlichen Vorgaben dadurch umgangen, dass nicht alle Abschlusskosten in die Zillmerung eingingen, sondern Kostenzuschläge erhoben würden. Die Aufsicht habe einige Gesellschaften "erwischt und befindet sich teils in intensiven Auseinandersetzungen mit diesen Unternehmen". Teilweise seien die betroffenen Unternehmen aber auch "schon zurück gerudert".
Branchenweit stellten die Abschlusskosten nach wie vor den größten Aufwandsblock der Gesellschaften dar. Die Anforderungen durch Solvency II, die Eigenmittel zu verstärken und die Finanzierung zur Zinszusatzreserve (ZZR) infolge der Niedrigzinsphase zwingt zur konsequenten Beschäftigung mit dem Thema Kostensenkung, so Schaumlöffel. Neben den Verwaltungs- und Abschlusskosten müssten die Unternehmen hier auch die Aufwendungen für die Schadenregulierung sowie für das Unternehmen als Ganzes angehen.
Nach Aussagen von Schaumlöffel denkt die Aufsicht über die Forderungen der Aktuare sowie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, die ZZR anders zu kalibrieren, "intensiv nach". Im Hinblick auf die Entwicklung des Referenzzinses bleibe der Aufbau der ZZR für die Unternehmen bis 2021 bzw. 2022 "anstrengend, danach entspannt es sich hoffentlich wieder", so Schaumlöffel. (lie)
Bildquelle: Fotolia
BaFin · Solvency II · Lebensversicherer
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