Schlaglicht

Schwäbisch Hall will weitere Bausparverträge kündigen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Bausparkasse Schwäbisch Hall will auch künftig alte hochverzinste Altverträge kündigen. Doch scheinen die niedrigen Zinsen wohl nicht der alleinige Grund zu sein, berichtet die Welt am Sonntag. Kritisch äußerte sich Reinhard Klein, Vorstand der Schwäbisch Hall, auch zur EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die zu einer strikteren Vergabepraxis führe.
"Früher haben wir einem älteren Kunden, der nur noch 20 Prozent Belastung auf seiner Immobilie hat, gesagt: Das kriegen wir hin. Vielleicht auch mithilfe der Familie", erläutert Klein. "Jetzt sagt der Gesetzgeber, wir dürfen unsere Kreditprüfung nicht hauptsächlich darauf stützen, dass der Wert einer Immobilie stabil ist, sondern darauf, dass der Kunde das Darlehen zu Lebzeiten zurückzahlen kann. Sonst tragen wir das Risiko des Ausfalls", ergänzt der Bausparkassen-Vorstand.
So führe der ausgeprägte Verbraucherschutz in Deutschland manchmal zu weit, kritisiert Klein. Demnach müssten mittlerweile viele dutzend Seiten mit Informationen an die Kunden weitergereicht werden. "Viele Kunden fühlen sich damit nicht geschützt, sondern überfordert. Damit lösen wir keine Probleme, sondern bauen primär Bürokratie auf", kritisiert Klein.
Ähnliche Kritik gab es auch seitens der LBS Südwest. So stehe die Bausparkassen-Branche aufgrund derNullzinsphase unter sehr großem Druck, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf die LBS. Zudem führen die nach der Finanzkrise verschärften regulatorischen Vorgaben zu Mehrkosten, ergänzte eine Unternehmenssprecherin.
Die LBS Südwest ist aus der LBS Baden-Württemberg und LBS Rheinland-Pfalz enstanden, deren Fusion am vergangenen Wochenende rückwirkend zum 1. Januar 2016 vollzogen worden. Mit 1.150 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von mehr als 17 Mrd. Euro ist die neue Bausparkasse größer als die LBS West und die LBS Bayern. Der Sitz des Unternehmens ist Stuttgart mit etwa 600 Mitarbeitern. Karlsruhe mit 300 Mitarbeitern und Mainz mit 250 Angestellten sind nur noch Standorte, berichtet die FAZ. (vwh/td)
Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de
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