Schlaglicht

Skandal oder "Sturm im Wasserglas"?

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Von VWheute-Korrespondent Wolfang Otte. Als Reiner Calmund und Michael Ballack für "Ab-in-den-Urlaub" als Werbeikonen auftraten, war die Welt noch in Ordnung. Inzwischen sind deren Empfehlungen von der Bildfläche verschwunden. Der Eigentümer dieser bekannten Plattform im Internet, dem auch fluege.de, Urlaubstours und andere gehören, hat nach dem mysteriösen Tod seines Besitzers Thomas Wagner Insolvenz angemeldet.
Kollabiert ist das Unternehmen auch aufgrund eines stark zurückgegangenen Türkei- und Ägyptengeschäfts. Inzwischen tobt hinter den Kulissen ein Kampf um die Sicherstellung der verbliebenen Vermögenswerte des einstmals größten deutschen Online-Reisebüros Unister mit Sitz in Leipzig. Mittendrin der Hamburger Versicherer HanseMerkur, der über die Portale erfolgreich seine Reiseversicherungen vertrieb und dem damaligen Start-up-Unternehmen 2013 nach inoffiziellen Angaben mit einem Kredit von rund 50 Mio. Euro unter die Arme griff. Davon soll aber inzwischen schon ein Großteil zurückgezahlt und über den Restbetrag ausreichende Sicherheiten für den Hauptgläubiger aus Hamburg vorhanden sein. Offiziell will sich die HanseMerkur aber nicht weiter äußern. Für sie handelt es sich um ein "normales" Kreditgeschäft, das der Vertraulichkeit unterliege.
Vielleicht sollte man die Kirche wirklich im Dorf lassen, und die Angriffe gegen die HanseMerkur stellen sich letztendlich als "Sturm im Wasserglas" heraus. Natürlich liegt es im Interesse eines Insolvenzverwalters, möglichst viel an Masse zu retten, um Käufer zu finden, damit Arbeitsplätze zu erhalten und auch sein Honorar zu sichern.
Dabei kann er gern zu Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit greifen, um den Druck auf wen auch immer zu erhöhen. Allerdings sollte dabei stets die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Da ist inzwischen schon von einem Kräftemessen zwischen Insolvenzverwalter und Hauptgläubiger zu lesen. Was nun allerdings die Generali Versicherungen dazu bewegt hat, sich ins Gespräch zu bringen und als Gläubiger aufzutreten, wie eine renommierte Tageszeitung schrieb, bleibt schleierhaft (siehe UNTERNEHMEN).
Schließlich war das Münchener Unternehmen als Insolvenzversicherer für Unister-Kunden tätig, um gerade für den Konkursfall dieses Risiko abzusichern. Geschäftsprinzip: Versicherungsleistung gegen Prämie! Hier kann man nur sagen, Pech gehabt und zahlen, denn eigentlich wollte die Generali, so hört man, schon vor einem Jahr aus dem Vertrag mit Unister aussteigen, hat dann aber für eine weitere Saison verlängert.
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Die EU-kritische Regierung in Warschau stört sich lange daran, dass 60 Prozent der heimischen Bankenbranche ausländische Investoren kontrollieren. Um an frisches Kapital zu kommen, will die italienische HypoVereinsbank-Mutter UniCredit nun 40,1 Prozent ihrer Anteile an der zweitgrößten polnischen Bank Pekao abstoßen.
Die deutschen Arbeitnehmer geraten bei der finanziellen Vorbereitung ihres Ruhestandes zunehmend in Rückstand. Laut einer Studie des Versicherers Aegon verfügt nur eine Minderheit über ein Finanzkonzept oder einen Notfallplan für den Fall vorzeitiger Erwerbsunfäigkeit. Zudem gehen viele Berufstätige davon aus, dass sie auch im Ruhestand noch arbeiten müssen.
Ob Gesundheits-Apps oder Fitness-Armbänder, die persönlichen Daten der Versichten sind interessant für Online-Dienstleister, Banken und Versicherungen. Und fast jeder zweite Deutsche würde sie für Geld an Unternehmen weitergeben. Das zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Dr. Grieger & Cie. Das Ergebnis: 54 Prozent würden selbst erhobene Daten zum Bewegungsverhalten an an ihre Krankenkasse übermitteln.
HanseMerkur
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