Schlaglicht

Maschmeyer will Image und Geschäft durch TV-Show aufpolieren

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Carsten Maschmeyer steigt morgen als Juror in die "Höhle der Löwen" ein und gibt fleißig Interviews, in denen Sätze fallen wie "Ich bin ein Bauchmensch und investiere in Unternehmer, nicht in Unternehmen" oder "Meine Stärke ist Empathie." Er sieht sich dabei als Erfinder der unabhängigen Finanzberatung und will "über die Show früher an Investitionsmöglichkeiten gelangen", sagt er dem Handelsblatt. Ein zugesagtes Investment habe er in der im Frühjahr aufgezeichneten Sendung inzwischen wieder platzen lassen.
Die Show "ist eine gute Gelegenheit, dass sich die Zuschauer ein eigenes Bild von mir machen können", erklärt er der Welt am Sonntag. Der AWD-Gründer beklagt, dass er als Fußabtreter für eine ganze Branche benutzt werde und für alle Vorurteile herhalten müsse. "Von den 1.300 Prozessen hat mein altes Unternehmen 1.300 gewonnen, weil die Klagen sogar nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs unzulässig und unbegründet waren. Aber darüber wird ganz wenig geschrieben."
In der Show sei er, weil er ein "Coaching-Gen" habe. "Außerdem finde ich, dass man nicht immer nur über fehlende Gründerkultur in Deutschland meckern darf. Man muss auch etwas dagegen tun. Und schließlich hoffe ich ganz persönlich, dass ich über die Show früher an Investitionsmöglichkeiten gelange. Auch an solche, die ich sonst nicht gesehen hätte. Wir Juroren steigen ja mit unserem eigenen Geld bei den Start-ups ein. Das ist also kein Spiel mehr", erklärt Carsten Maschmeyer dem Handelsblatt.
Und wann erkennt er eine gute Geschäftsidee? "Wenn das Gründerteam auf mich einen guten Eindruck macht, wenn die sich gut ergänzen, dann ist das für mich als Erfolgsvoraussetzung fast wichtiger als die eigentliche Geschäftsidee. Ich bin eher ein Bauchmensch und investiere gern in Unternehmer, nicht in Unternehmen." Die Sendung wurde bereits im Frühjahr gedreht. Maschmeyer gibt zu, dass er ein damals zugesagtes Investment inzwischen platzen ließ, weil die "dargestellten Fakten einfach nicht stimmten."
Maschmeyer ist in seinem Start-up-Geschäft jetzt im fünften Jahr und über 100 Mio. Euro in Wagniskapital-Finanzierungen gesteckt. Das Start-up Mobile Event Guide ging kurz nach einem Notverkauf pleite. 88TC88, einst als "iTunes für Chin" angepriesen, wurde liquidiert. "Aber wir sind mit unserer Erfolgsquote sehr zufrieden“, erklärt Maschmeyer. "Beim Limousinen-Fahrdienst Blacklane sind wir zum Beispiel bei einer Bewertung von unter zehn Millionen Euro eingestiegen. Anfang August hat das Unternehmen eine weitere große Kapitalerhöhung von Daimler erhalten und wird jetzt mit weit über 100 Millionen bewertet. Auch andere Beteiligungen haben ihren Wert stark gesteigert, teilweise mehr als verzehnfacht. Die großen Investments laufen bei uns richtig gut."
Er bereut lediglich, dass er kein gutes Exit-Management betrieben habe. "Für uns war jemand, der ging, entweder ein Loser oder ein Verräter. Dadurch bringt man Leute gegen sich auf", sagt der TV-Löwe und Vertrauter von Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Aus den Flops habe er gelernt, dass man sich nicht zu sehr fokussieren sollte. "Das nächste Facebook wird nämlich etwas ganz anderes sein als Facebook." (vwh/dg)
Bild: Carsten Maschmeyer wird als Juror in der morgigen Vox-Show "Die Höhle der Löwen" auftreten. (Quelle: www.carsten-maschmeyer.de)
AWD · Carsten Maschmeyer
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