Politik & Regulierung

Schlechte Noten für die Bildung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Bundesländer haben in Sachen Bildung im Vergleich zum Vorjahr keine Fortschritte erzielt. Vor allem bei den Bildungsabschlüssen ausländischer Schüler waren bereits vor der jüngsten Flüchtlingswelle sogar Rückschritte zu verzeichnen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Bildungsmonitor 2016 der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
"Zum ersten Mal in 13 Jahren Bildungsmonitor haben die Länder im Durchschnitt keine Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erreicht. Vor allem bei der Integration ausländischer Schüler gibt es sogar Rückschritte – so ist die Schulabbrecherquote unter Ausländern innerhalb eines Jahres von 10,7 auf 11,9 Prozent gestiegen", konstatiert Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM. Dabei betonten die Experten, dass die Bildungspolitik in Deutschland "mit der Bildungsintegration der Flüchtlinge vor einer neuen, riesengroßen Herausforderung" stehe.
Ebenfalls kritisch äußerten sich die Experten auch zum eingeschränkten Bildungswettbewerb zwischen den einzelnen Bundesländern. Laut Bildungsmonitor weisen demnach Sachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg die leistungsfähigsten Bildungssysteme vor. Während Spitzenreiter Sachsen vor allem Spitzenplätze bei der Forschungsorientierung, der Förderinfrastruktur und der Schulqualität belege, zeichne sich Hamburg bei der internationalen Ausrichtung des Bildungssystems aus.
Über einen längeren Zeitraum gesehen zeigen sich laut Studie zudem deutliche Unterschiede im Fortschritt der Bildungssysteme der Länder. So konnten im Vergleich zum Basisjahr 2013 das Saarland (+9,2 Punkte) und Hamburg (+7,0 Punkte) deutlich zulegen, während Schleswig-Holstein (-0,2 Punkte) sogar leicht zurück fiel, Sachsen (+0,3 Punkte) und Baden-Württemberg (+0,3 Punkte) im gleichen Zeitraum nur geringfügig zulegen konnten.
"Die Länder müssen der Bildung in den öffentlichen Haushalten einen höheren Stellenwert einräumen. Im Jahr 2017 werden allein rund 98.500 zusätzliche Kita-Plätze für die Flüchtlingskinder benötigt. Dazu braucht es Lehrkräfte für rund 200.000 zusätzliche Schulkinder und ein Ausbau der Berufsvorbereitung. Im Jahr 2017 bedeutet dies zusätzliche Bildungsausgaben des Staates in Höhe von 3,5 Mrd. Euro", forderte Studienleiter Axel Plünnecke. (vwh/td)
Bildquelle: Alexandra Bucurescu / pixelio.de
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