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Generali droht Rauswurf aus dem Euro Stoxx 50

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Dem Löwen aus Triest droht die Vertreibung aus dem Leitindex der Euro-Zone. Fünf italienische Titel sind derzeit noch im Euro Stoxx 50 vertreten. Die krisengeschüttelte UniCredit könnte dem Rauswurf durch eine Kapitalerhöhung Ende August entgehen. Generali müsste dann Platz machen für den irischen Baustoffriesen CRH. Derweil halten Experten eine mögliche Übernahme durch den französischen Axa-Konzern aufgrund der hohen politischen Hürden "für wenig wahrscheinlich".
Die Generali befindet sich seit geraumer Zeit weltweit in einer kräftigen Umbauphase. Im 1. Halbjahr 2016 gingen sowohl die Beitragseinnahmen wie der Gewinn zurück, berichtete VWheute. Auch die anderen Blue Chips aus Italien, Öl & Gas-Konzern Eni, der Versorger Enel, Generali und die Banken Intesa SanPaolo und UniCredit, die im Euro Stoxx 50 vertreten sind, fallen in den letzten Jahren insgesamt mit einer relativen Schwäche zur Index-Entwicklung auf. Der prozentuale Anteil Italiens im Euro Stoxx 50 lag im Jahr 2007 noch bei zwölf Prozent, jetzt ist er um die Hälfte geschrumpft. Die Deutsche Bank hat den Stoxx Europe 50 verlassen, doch dieser Index ist breiter aufgestellt und nicht ganz so wichtig wie der verwandte Euro Stoxx 50, aus dem die Generali rauszufliegen droht.
Die Versicherungsbranche ist in Italien traditionell eng mit den Banken verbunden, der Flop beim vergangenen Stresstest Ende Juli lässt daher auch die Assekuranz-Branche nicht unberührt. Die Sanierung der Bankbilanzen erfolgt im ersten Schritt über eine Kapitalerhöhung, so auch bei der UniCredit in Mailand. Über ein Volumen von fünf Mrd. Euro wird spekuliert, die der Chef der Großbank, Jean-Pierre Mustier, erst seit  Juli im Amt, dadurch heben will. "Wenn die UniCredit noch vor Ende August eine Kapitalerhöhung durchführt, würde sie – Stand jetzt – den Staffelstab an Generali weitergeben", äußert sich eine Commerzbank-Analystin. "Der Ausschluss aus dem Index hätte direkte und indirekte Effekte auf die Generali-Aktie und kann die Aufnahme von Fremdkapital erschweren", erklärt Philipp Fertig, Analyst bei Hauck & Aufhäuser (siehe KÖPFE). Die Index-Überprüfung ist für den 23. August angesetzt. Als Aufsteiger sind neben dem Baustoffriesen CRH auch Adidas und die Papiere der kürzlich fusionierten niederländisch-belgischen Supermarktkette Ahold Delhaize im Gespräch.
Derweil versucht Generali, die Gerüchte um eine angeblich bevorstehende Übernahme durch die Axa unter ihrem deutschen Vorstandschef Thomas Buberl zu zerstreuen. Beobachter halten den Deal ohnehin "für wenig wahrscheinlich." Die politischen Hürden für einen solchen Coup seien in Italien ziemlich hoch. So müsste etwa die italienische Zentralbank unter ihrem Präsidenten Ignazio Visco Anteilseigner Vincent Bolloré eine Beteiligung an Mediobanca genehmigen. Zudem dürfte die Neigung in Rom, das Flaggschiff der italienischen Versicherungswirtschaft unter französische Kontrolle zu bringen, auch aus taktisch-politischen Gründen denkbar gering ausgeprägt sein. Auch Ex-Generali-Chef Mario Greco glaubt nicht an eine Axa-Übernahme, berichtete VWheute. Das Asiengeschäft von Generali sei zu schwach, aber genau da wolle die Axa wachsen, argumentiert Aktienexperte Fertig.
Schlagzeilen vom Ausverkauf eines weiteren italienischen Kronjuwels ins Ausland will die Regierung von Matteo Renzi vermeiden. Schon vor einem Jahr wurde die chronisch klamme Fluglinie Alitalia von der arabischen Etihad übernommen und sogar der AC Mailand kickt seit der angelaufenen Saison für einen chinesischen Großfinanzier. Harte Schläge für die Psyche der italienischen Wähler. (dg/mf)
Bildquelle: Windorias / pixelio.de
Generali · Axa · Thomas Buberl · Mario Greco
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