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München ist deutsche Raserhauptstadt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In München gibt es derzeit die meisten Temposünder. Laut einer Untersuchung der Unfallforscher der Versicherer (UDV) führen in der Isarmetropole rund 16 Prozent aller Fahrer auf einer Straße mit einer Höchtgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer schneller als 55 km/h. Zum Vergleich: Während in Köln insgesamt zwölf Prozent zu schnell fuhren, waren es in der Bundeshauptstadt Berlin sogar nur vier Prozent.
Darüber hinaus wurden in den umfangreichen Geschwindigkeitsmessungen in der bayerischen Landeshauptstadt mehr als 23.100 Fahrzeuge mit über 60 Stundenkilometern gemessen. In Köln waren es etwa 15.800, in Berlin lediglich 6.700. Lediglich bei den groben Geschwindigkeitsmissachtungen schnitt München im Vergleich etwas besser ab: Waren es dort laut UDV noch 446 Raser mit einer Geschwindigkeit von mehr als 80 Stundenkilometern, waren es in Köln insgesamt 670. In Berlin waren es zum Vergleich nur 126.
Am wenigsten eingehalten wurde hingegen nach Angaben der Unfallforscher die Geschwindigkeitsbegrenzung von zehn Stundenkilometern oder die Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen. Hier liegt die Überschreitungsquote in München bei 88 bzw. 96 Prozent. In Köln liegt die Quote bei 62 bzw. 65 Prozent. In Berlin bei 80 bzw. 63 Prozent.
Eine weitere Erkenntnis der Messungen: Freifahrende Fahrzeuge fahren häufiger höhere Geschwindigkeiten. Autos in Kolonnen bremsen offenbar das Geschwindigkeitsniveau, da Überholen hier oft nicht möglich ist. "Je mehr Fahrzeuge sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, umso schwerer haben es die Schnellfahrer", kommentiert der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann, die Messergebnisse. "Diejenigen, die vorschriftsmäßig unterwegs sind, tragen so zu mehr Verkehrssicherheit bei und sollten sich auf keinen Fall durch Drängler zu schnellerem Fahren verleiten lassen." Im kommenden Jahr finden die Messreihen in Hamburg ihren Abschluss.
Die Geschwindigkeitskontrollen wurden nach Angaben der Unfallforscher anonym durchgeführt – zum Nachteil für den deutschen Fiskus. Schließlich wären allein für die Münchner Messreihe Bußgelder von fast 1,9 Mio. Euro, 2.119 Punkte in Flensburg und Fahrverbote von 365 Monaten fällig gewesen. (vwh/td)
Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de
UDV
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